Scheibenknutscher - Ein Weltreise Blog - Artikel nach Datum gefiltert: Oktober 2015
Donnerstag, 15 Oktober 2015 21:00

Reise-ABC Fidschi

Die Republik Fidschi ist ein Inselstaat im Südpazifik. Der größte Flughafen liegt in Nadi an der Westküste, die Hauptstadt Suva jedoch im Südosten der Insel. Auf einer Fläche von 18.333 Quadratkilometern befinden sich 332 zugehörige Inseln von denen nur 110 bewohnt sind. Die Hauptinseln Viti Levu und Vanua Levu decken dabei den größten Teil der Fläche ab. Die beliebtesten Touristenziele sind die Inselgruppen der Yasawas und Mamanucas im Nordwesten.

 

Hier nochmal einen Überblick, was wir alles auf Fiji erlebt haben, sowie die Links zu den jeweiligen Artikeln.

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(externer Link)

 

 

Im Folgenden findet ihr eine Zusammenfassung der wichtigsten Reiseinfos sowie Preisübersichten des Landes.

 

Währung

Die Währung auf Fidschi ist der Fidschi-Dollar (FJD oder F$). Die Banknoten sind auffallend bunt und haben ein Durchsichtsfenster aus Plastik eingearbeitet. Dadurch fühlen sie sich ein bisschen wie Spielgeld an.

1 EUR = 2,4165 FJD
1 FJD = 0,41383 EUR
(Stand 7. Okt 2015)


Bargeld ist auf Fidschi unabdingbar. In kleineren Supermärkten, auf dem Markt, bei Ausflügen oder im öffentlichen Verkehr wurde nur Bargeld angenommen. In den großen Supermärkten oder für Hostels/Hotels konnten wir vor Ort oder auf den einschlägigen Buchungsseiten immer mit Kreditkarte (z.B. Mastercard "Gebuhrenfrei.com") oder Paypal zahlen.
Auf der ganzen Insel hatten wir keinerlei Probleme mit unserer Kreditkarte der "comdirect Bank" Geld an den Bankautomaten Bargeld abzuheben. Jedoch gibt es nur in den großen Orten Bankautomaten. Hier sollte man etwas vorraus planen und genug Bargeld mit sich nehmen.


Anbei findet ihr die Links zur comdirect und Mastercard "gebuhrenfrei.com" Kreditkarte. Wir nutzen die comdirect VISA zum weltweiten kostenlosen Bargeld abheben und die Mastercard "gebuhrenfrei.com" für weltweite kostenlose Bezahlung. Wir würden uns freuen, wenn ihr beim Abschließen eines Kontos/einer Kreditkarte diese Links nutzt, denn somit erhalten wir eine minimale Provision die uns hilft, den Blog am Laufen zu halten (sogenannte "Affilate-Links").

Grundnahrungsmittel

MarktUnsere Ernährung auf Fidschi war recht einfach gehalten. Das lag zum einen daran, dass man nicht überall eine Küche zum Kochen hatte, als auch daran, dass Dinge wie Butter, Aufschnitt oder Brotaufstrich nicht günstig sind. Außerdem muss man alle gekauften Dinge zusätzlich zum Gepäck auch noch von A nach B transportieren und einigermaßen kühl halten.
In einigen Hostels (Beachhouse Hostel, Mango Bay Resort) war ein einfaches Frühstück inklusive. Ansonsten gab es sehr viel frisches Obst und Gemüse vom Markt. Märkte oder kleine Stände am Straßenrand boten immer eine große Auswahl an frischem Obst (z.B. Banane, Papaya, Mango, Kokosnuss) und Gemüse (Salat, Tomate, Gurke, einheimische Wurzeln und Knollen) und vieles mehr.

Schnell und einfach waren auch die „5-Minuten Nudeln“, die wir mit etwas frischem Gemüse aufgewertet haben.

Auf dem Markt in Suva haben wir „Roti Curry“ Teigtaschen entdeckt. Die gab es mit verschiedenen Füllungen (Kartoffeln, Thunfisch oder verschiedenen Chutneys) für 0,80€ das Stück. Ein guter Sattmacher für unterwegs oder wenn man mal nicht kochen will. Die Taschen schmecken warm, als auch kalt.

Preise für Mahlzeiten in Cafés oder Restaurants waren in der Regel recht teuer. Der Grund hierfür ist, dass Fidschi ein beliebtes Ausflugsziel für australische Touristen ist und sich die Preise an deren Lebenstandard und Einkommen orientieren. Ähnliches gilt auch für Attraktionen und Ausflugsangebote (siehe Abschnitt "Kultur").

Für eine ungefähre preisliche Vorstellung haben wir versucht ein paar Grundnahrungsmittel und Dinge, von denen wir uns unterwegs gern ernähren zu recherchieren und die Preise zu vergleichen. Um zu sparen, achten wir vor allem auf Angebotspreise oder versuchen die Hausmarke des jeweiligen Supermarktes zu kaufen. Bei vielen Lebensmitteln haben wir uns auch für einen Durchschnittspreis entschieden, wenn z.B. die Hausmarke 2€ und das Markenprodukt 3€ kostet.


Essen:

Artikel

Preis in FJD (August `15) Preis in EUR
Butter 250g 4,50 1,94
Nudeln 500g 5,00 2,15
Eier 12 Stk. 5,00 2,15
5min China Nudeln 5 Stk. 2,80 1,21
Kekse 2,50 1,08
Gesalzene Nüsse 100g 1,99 0,86
Kaffee 50g 5,00 2,15


Getränke:
Wasser war in den großen Städten in der Regel aus dem Hahn trinkbar. In kleineren Lodges, Hostels oder auf der Insel gab es oft die Möglichkeit das Regenwasser aus der Tonne zu nutzen. Einfach nachfragen spart den Wassereinkauf.

 Artikel Preis in FJD (August `15) Preis in EUR 
Wasser 1,5 l 1,65 0,71
Wasser 3,0 l 3,99 1,72
Saft 1,0 l 4,00 1,72
Milch 1,0 l 3,00 1,29
Cola 2,2 l 3,50 1,51

 

Übernachtung

UebernachtungDie Preise für eine Übernachtung variieren stark, je nach Angebot/Nachfrage, Destination und Ausstattung. Wir haben lediglich in der Nähe vom Flughafen Nadi Erfolg mit Couchsurfing gehabt. Ansonsten schliefen wir in Hostels oder kleineren Lodges im Schlafsaal, oder auch mal im Doppelzimmer. Auf Nananu-i-Ra hatten wir Erfolg mit einer günstigen Airbnb-Übernachtung.

Schlafsaal (meist 4-6 Personen): 15€ - 20€ p.P.

DZ in einer Lodge: 30€-40€ pro Nacht

 

Transport

TransportWir haben während der Zeit auf Fidschi kein Auto gemietet. Der öffentliche Verkehr per Bus ist sehr gut ausgebaut. In der Regel klappt es, sich einfach an die Straße oder die nächste Bushaltestelle zu begeben und den nächsten Minibus oder größeren Bus per Handzeichen anzuhalten. Kurze, lokale Verbindungen kosten ca. 0,50€ - 1€ pro 15min Fahrt. Gezahlt wird CASH beim Einsteigen beim Busfahrer (Einheimische zahlen oft auch erst beim Aussteigen, ein System ließ sich nicht wirklich erkennen). Manchmal gibt es ein Papierticket, in der Regel aber eher nicht. Zum Aussteigen genügt es an der gewünschten Stelle die Klingel zu betätigen und der Busfahrer hält. Es ist durchaus üblich, dass der nächste Mitfahrer 50 Meter weiter nochmal klingelt um direkt neben seinem Auto auszusteigen. Daher kommt es auch vor, dass der Busfahrer Haltestellen überspringt, wenn gerade keiner aussteigen möchte bzw. einfach im Nirgendwo anhält.
Die Haltestellen haben keine Namen und in den Bussen gibt es natürlich auch keine Ansagen. Also entweder den Beifahrer fragen oder dem Busfahrer beim Einsteigen Bescheid geben. Die Busse werden in der Regel durch offene Fenster klimatisiert. Es war nicht ungewöhnlich, dass in den lokalen Bussen laute Musik lief.

Längere Verbindungen (z.B. in die nächste große Stadt) starten und enden am lokalen Busbahnhof. Hier gibt es langsame Busse, die an jeder Stelle halten, wo jemand klingelt, als auch Express-Busse. Die Preise variieren je nach Strecke und werden euch beim Ticketkauf am Schalter des Busbahnhofs oder direkt beim Einsteigen mitgeteilt. Wir haben ca. 3€ - 5€ für 1 - 1,5h Fahrt gezahlt. Diese Busse sind etwas moderner und besitzen meist eine Klimaanlage, sowie einen Fernseher (hier wird dann in der Regel irgendein alter Spielfilm gezeigt). Meistens machen die Busfahrer eine kurze Pause auf der Hälfte der Strecke.

Bootsfahrten zu den bekannten Inselgruppen Mamanucas oder Yasawas dauern ein bis zwei Stunden und belasten das Reisebudget ab 35€ pro Person und Richtung. Start ist der Hafen in Port Denerau, ca. 15 Minuten per Bus von Nadi. Wollt ihr noch mehr Inselgruppen und einzelne Inseln erkunden, solltet ihr euch den „Bula Pass“ anschauen. Damit könnt ihr bis zu 20 Inseln und 30 verschiedene Resorts ansteuern (5 Tage ab 160€, ohne Übernachtung und Verpflegung). Auch Flüge auf die verschiedenen Inseln sind ab Nadi möglich. Hierzu schaut ihr euch am Besten mal bei der Facebookgruppe "Fijii Backpacker" um oder befragt das Netz.
Andere Inseln zu besuchen ist definitiv ein teureres Unterfangen als Viti Levu zu bereisen, da es dort keinerlei Versorgung mit Supermärkten gibt. Selbst wenn ihr in Hostels günstige Schlafsäle bekommt, müssen so genannte „Meal-Deals“ hinzugebucht werden um euch zu verpflegen.

 

Kultur

MuseumWir müssen ehrlich gestehen, dass das Kulturprogramm auf Fidschi unsererseits relativ schwach ausfiel. Lediglich einen Tempel in Nadi (2,50€ p.P.) und das Fidschi Museum in Suva (3€ p.P.) standen auf der Besuchsliste. Außerdem wanderten wir in den beiden Nationalparks „Sand Dunes“ (Sigatoka) und „Koroyanitu“ (Lautoka).

Attraktionen wie eine Kava-Zeremonie, ein typisches Essen oder das Erlebnis eines Eingeborenendorfes waren uns persönlich zu teuer. In unserer Couchsurfing-Familie in Nadi hatten wir das Glück an einem typischen Abendessen teilhaben zu dürfen. Die Kava Zeremonie bekamen wir eher zufällig im Vatia Beach Eco Resort bei Tavua mit.

Wie in jeder touristischen Destination müssen Ausflüge bzw. Ausflugspakete teuer bezahlt werden. Man kann etwas Geld sparen, indem man versucht auf eigene Faust zu organisieren, Einheimische anzusprechen oder einfach in z.B. ein „Eingeborenendorf“ fährt.

Unser Beispiel dafür: Der Koroyanitu Nationalpark mit dem traditionellen Fidschi-Dorf „Abaca“ wird als Touristenpaket mit Abholung, Essen, Kava-Zeremonie und einer Wanderung auf den Berg verkauft (manche auch mit Übernachtung). Das kostet ca. 200€ p.P. ohne Übernachtung. Wir haben uns in Reisebüros in Lautoka umgehört ob wir nur dorthin einen Transport buchen können und man bot uns diesen für ca. 32€ p.P. an bzw. ging mit dem Preis nach Handeln bis auf 21€ p.P. runter. Man muss dazu sagen, dass in den Nationalpark nur eine Schotterstraße mit riesigen Steinen führt und daher nur 4WD (4-Wheel-Drives = Allradantrieb) erlaubt sind. Wir sprachen einfach Einheimische rund um den Marktplatz von Lautoka an und fanden jemanden, der uns für 19€ p.P. am nächsten Tag nach Abaca brachte. Alles wurde mündlich und per Handschlag vereinbart und hat verlässlich geklappt.
Im Internet hatten wir versucht Recherche zur Route zu betreiben und fanden heraus, dass man die Bergbesteigung nur noch in Begleitung eines Einheimischen machen darf und hatten auch ungefähre Preisangaben von ca. 10-12€ p.P. gefunden. Dementsprechend hatten wir auch nur ca. diesen Betrag in Fidschi Dollar bei uns. Im Besucherzentrum angekommen, unser „Taxi“ war bereits wieder weg, gab es erstmal lange Gesichter und Enttäuschung. Wir sollten 13€ p.P. „Eintritt“ bezahlen, dies beinhaltete aber nicht die Bergbesteigung durch einen Einheimischen, die mit weiteren 17€ p.P. veranschlagt wurde. Diese 30€ hatten wir für uns beide als Maximalbetrag dabei und konnten auch nicht mehr bezahlen, da es in Abaca keinen Geldautomaten gibt und wir auch gar keine Kreditkarte dabei hatten. Die Einheimischen des Besucherzentrums verschwanden daraufhin um sich zu beraten und erklärten uns nach zehn Minuten, das wir einen Bergführer bekommen und starten können. Die Preisliste die im Besucherzentrum aushängt stimmte nicht mit den Angaben aus dem Netz bzw. den Auskünften der Reisebüros in Lautoka überein. Leider haben wir diese Preisliste nicht fotografiert. Informationen zu der Wanderung bekommt ihr in unserem Artikel oder hier:

http://www.exquisitefiji.com/viti-levu/viti-levu-highlands/koroyanitu-national-heritage-park/ (Preise nicht aktuell)
http://fijiguide.com/page/treking-1 (Preise nicht aktuell)

 

Telefon/Internet:

Am Flughafen erhielten wir eine kostenlose Prepaid SIM Karte von Vodafone und konnte diese im örtlichen Supermarkt mit einem Minimum von 2,50€ aufladen. Das Guthaben reichte für ca. drei Minuten Telefongespräch und eine Handvoll SMS.

Internet ist auf der Insel rar gesät und wenn verfügbar sehr teuer. Öffentliches WLAN ist nicht vorhanden. Hostels, Resorts oder Hotels stellen begrenztes Internet zur Verfügung. Bei großem Gastandrang ist das jedoch kaum noch nutzbar. Oft haben wir uns in ein Café gesetzt (z.B. Bulacchino), einen Kaffee (1,90€ für einen kleinen schwarzen Kaffee) getrunken und dann ein bis zwei Stunden im Internet gesurft. Internet Cafés (ca. 0,80€ pro Stunde) sind in den größeren Städten nicht unüblich und haben das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man sich damit abfinden kann an alten Rechnern, statt an seinem eigenen PC zu surfen.

 

Wäsche waschen:

In den größeren Städten gab es öffentliche Waschsalons. Waschen und Trocknen war hier für ca. 2,50€ möglich. In den Hostels oder Lodges gab es selten eine nutzbare Waschmaschine für die Gäste, daher haben wir im Waschbecken per Hand gewaschen und alles an der Luft getrocknet.

 

kussmundCarsten + Franzi

Publiziert in Fidschi Inseln

Die ursprüngliche Entscheidung für die Strecke Sydney - Melbourne, entlang der Küste der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria, war bei der Buchung im letzten Jahr noch nicht so ganz klar. Im Laufe der Zeit holten wir uns viele Meinungen und Erfahrungsberichte von Australien Besuchern ein und machten uns unsere eigenen Gedanken dazu. Natürlich empfehlen einem viele den Norden, die Goldküste oder das Great Barrier Reef. Wir wollten allerdings abseits der typischen Touristenstrecken unseren eigenen Weg entlang der Küste erkunden. Letztendlich entschieden wir uns, auch aus privaten Gründen dafür, nämlich um die Verwandten eines guten Freundes etwas südöstlich von Canberra (bei Bega) zu besuchen und etwas von dem lokalen australischen Leben und dessen Kultur hautnah zu erfahren.

Doch beginnen wir ganz am Anfang.

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Blue Mountains und Jenolan Caves

Nachdem wir unseren Mietwagen am Flughafen abgeholt hatten, führte uns unser Weg als ersten Stopp in die Blue Mountains westlich von Sydney. Bekannt für die „Three Sisters“, gibt es doch weitaus mehr als nur diese Steinformation und deren Aussichtsplattform. Das Gebiet ist riesig und besteht aus kilometerlangen Gebirgsketten, steilen Abhängen, Wasserfällen, Wäldern und Wanderwegen verschiedener Dauer und Schwierigkeitsstufen. Wir fuhren in ein kleines verschlafenes Städtchen namens Katoomba. Unser erster Eindruck der Region war von riesigen Rauchwolken geprägt. An diesen Tagen wurden (mal wieder) einige Wälder, kontrolliert, abgebrannt um größere Brände im Hochsommer zu vermeiden. Wie wir im Laufe der Reise festgestellt haben, ist dieses regelmäßige Abbrennen der Wälder absolut normal und die gängige Praxis der Regierung.

Nach unserer Ankunft fuhren wir in das örtliche Besucherzentrum um uns eine Wanderkarte für den nächsten Tag zu besorgen. Am Abend lernten wir beim Kochen im Hostel wieder einmal zwei Deutsche kennen. Sie waren für ein Jahr auf Kiribati (eine Insel im Südpazifik) im Auftrag einer deutschen Kirchenmission und halfen dort als Lehrer und Betreuer in einer Schule aus. Auf ihrem Rückflug nach Deutschland durften sie noch eine Woche Urlaub in Australien verbringen. Für die Nacht waren Temperaturen um die null Grad angesagt. Vor ein paar Wochen hatte es in den Blue Mountains sogar noch geschneit! Alle Betten waren zum Glück mit Heizdecken ausgestattet und es gab weitere Wolldecken obendrauf. Dass die Australier es mit Heizungen und doppelglasigen Fenstern nicht so haben, hatten wir bis dato noch nicht ganz realisiert. Gefroren haben wir diese Nacht jedoch nicht.

Am nächsten Morgen ging es nach einem kräftigen Frühstück zum Start des großen Wanderweges „1000 Steps“ (1000 Stufen). An dieser Stelle befindet sich ebenfalls eine beliebte Touristenattraktion -die „Scenic World“. Wir schauten uns kurz um und waren interessiert an den Preisen. Man kann zwischen einer Seilbahnfahrt über den Abhang zur anderen Seite der Klippe, einer Seilgondel oder einem kleinen einspurigen Zug nach unten ins Tal wählen. Die Preise und der Touristenandrangs sind hoch. Besonders beliebt scheint dieses Ausflugsziel bei Asiaten zu sein. Wir starteten direkt neben der „Scenic World“ unsere Wanderung und entdeckten dabei immer wieder kleine und größere Wasserfälle (z.B. den „Witches Leap“ - witch = Hexe, leap = Vorsprung in einem Berg - Könnt ihr im zweiten Bild etwas in der Steinformation erkennen?), beeindruckende Ausblicke auf die Klippen und das Tal und eine sehr interessante Baum- und Pflanzenvielfalt. Unten angekommen trafen wir auf die Touristen der Gondelbahn und des Zuges. Gerne wären wir hier noch etwas weitergelaufen bzw. zu Fuß wieder nach oben gewandert, jedoch waren am unteren Ende (vielleicht bewusst?) keine Toiletten vorhanden. Somit entschieden wir uns, die Gondelbahn zusammen mit den anderen Touristen auf dem schnellen Weg (ca. drei Minuten) wieder nach oben zu fahren, was uns ca. 25€ kostete.

BlueMountains1
BlueMountains2
BlueMountains3
BlueMountains4
Wir hätten hier in dem Gebiet noch Stunden oder Tage mit Wandern verbringen können, doch wir hatten nur zwei Tage für die Blue Mountains eingeplant. Noch am Nachmittag fuhren wir ein Stück weiter zu den Jenolan Caves, den ältesten zugänglichen Kalksteinhöhlen der Welt (340 Millionen Jahre). Der Weg dorthin war länger als gedacht und abenteuerlich, denn er führte durch enge Serpentinen und an steilen Abhängen der Blue Mountains entlang. Jedoch war das Ziel die Reise wert, denn es gab insgesamt 11 von 20 erschlossenen Höhlen zu besuchen. Wir sahen unsere ersten Wombats und Kängurus, leider nur tot am Straßenrand. Wir erwischten eine der letzten beiden Führungen. Mit einer kleinen Touristengruppe und einem Führer ging es gegen halb sechs in die Unterwelt der „Chifley Cave“. Natürlich kennt man Tropfsteinhöhlen aus Deutschland (z.B. die Marienglashöhle oder die Feengrotten in Thüringen), doch das was wir hier gesehen haben, entsprach einer anderen Dimension. Mehrere aneinander und übereinander gelagerte riesige Höhlen gab es hier zu bestaunen. Wir wurden über Treppen und schmale Tunnelgänge durch mehrere Räume geführt. Die Führung ging viel zu schnell vorbei, während wir über die Entstehung der Höhlen und der verschiedenen Salzformationen aufgeklärt wurden. Der Führer hatte zwischendurch das Licht mehrfach auf eine Taschenlampe oder ein Feuerzeug reduziert, um zu zeigen, wie im 19. Jahrhundert die Höhlen erforscht und erste Führungen mit Touristen durchgeführt wurden.
Der Preis für eine Höhlenführung für einen Erwachsenen betrug 20€. Jede weitere Buchung ist um 50% reduziert. Direkt an den Höhlen ist es auch möglich zu übernachten. Das ermöglicht mehrtägige Höhlentouren. Weitere Infos findet ihr auf der oben genannten Webseite.

JenolanCaves
Einen großen Reiz hatte die angebotene Nachtführung von 20-22 Uhr, welche eine Tour durch verschiedene Höhlen abseits der üblichen Pfade und Geschichten über Geister und Legenden versprach. Doch nach dem anstrengenden und aufregenden Tag und der bevorstehenden Rückfahrt durch die Berge bei Dunkelheit konnten wir daran leider nicht mehr teilnehmen und machten uns wieder auf dem Weg zurück nach Katoomba.

Wollongong & Kiama

Für die nächsten Tage entlang der Küste war leider schlechtes Wetter angesagt. Es regnete fast durchgehend von früh bis spät und wir hielten uns mehr im Auto oder in Cafés auf um dem Regen zu entfliehen. Trotzdem versuchten wir Übernachtungen per Couchsurfing zu bekommen, was erstaunlich gut gelang.
Wir fuhren durch kleine beschauliche Küstenstädtchen wie Wollongong, Kiama oder Vincentia meistens mit langen Stränden, vielen Bars, Cafés und schönen Strandmeilen. Im Sommer bei entsprechenden Temperaturen sind diese Orte sicherlich sehr reizvoll.
Immer wieder verblüfft sind wir auch von den Öffnungszeiten von normalen Geschäften, sowie Cafés. Die meisten schließen (selbst am Wochenende) schon um 16 oder 17 Uhr. Bis auf Bars, Restaurants und Supermärkte ist dann in den Kleinstädten abends nicht mehr viel los und die Straßen wirken wie ausgestorben.
Wollongong hat eine wunderschöne Strandpromenade an deren Ende sich ein großer Leuchtturm befindet. Ein paar Kilometer weiter in  Kiama ist das Blowwhole an der Steilküste sehr zu empfehlen. Leider waren wir tagsüber bei zu wenig Seegang vor Ort, sodass leider kein Wasser empor spritzte.


onthewaytoTathra

Bega, Tathra und Potoroo Palace

In Bega hatten wir große Erwartungen an den Besuch der Käsefabrik „Bega Cheese Factory“. Leider wurden wir enttäuscht und fanden vor Ort lediglich ein sehr kleines Besucherzentrum vor. Werksführungen oder direkte Produktionsstättenbesichtigungen sind leider nicht möglich. Neben einem kostenlosen Museum zur früheren Käseherstellung, mit alten Ausstellungsstücken, gab es ein Café und die Möglichkeit alle verschiedenen Käsesorten zu verkosten. Die Auswahl war groß, denn die Fabrik stellt aktuell ca. zehn verschiedene Sorten her, davon sind aber nicht alle im Handel erhältlich. Wir probierten uns durch die angebotenen Sorten und entschieden uns letzten Endes für ein großes Stück der Vintage Heritage Sorte. Dieser glänzte mit einem kräftigen und würzigen Geschmack. Alle anderen Käsesorten waren uns leider zu schwach im Geschmack. Wie überall in Australien wird Käse üblicherweise nicht als Schnittkäse, sondern im 500g Block verkauft. Während unsere Zeit in Australien konnten wir ein paar dieser Blöcke probieren, leider schmeckt nichts davon nach richtigem Käse, wie wir ihn aus Deutschland kennen.

BegaCheesefactory
Danach fuhren wir nach Tathra um den Bruder eines unserer besten Freunde zu treffen, der eine Australierin geheiratet hat. Wir wurden herzlich von Steffen und Amy empfangen, kochten zusammen und genossen leckeren Wein den wir auf dem Weg in einem kleinen Weingut verkostet und gekauft hatten und der leider nicht außerhalb von Australien zu bekommen ist (Two Figs Winery). Den Abend verbrachten wir mit Quatschen und dem Brettspiel Domination, dessen Spielprinzip und Komplexität uns sehr begeistert hat. Nebenbei konnten wir sehr viele Fragen an Amy loswerden (u.a. zur Schuluniform, den langen Nummern auf Briefkästen, den Buchstaben „L“ und „P“ auf den Autos). Am nächsten Morgen hatte Amy glücklicherweise frei und wir nutzten die halbe Stunde, in der der Regen Pause machte und begaben uns auf einen kleinen Spaziergang durch Tathra. Es ist wunderschön verschlafen, hat nur eine Handvoll kleine Alltagsgeschäfte und eine tolle Bucht mit Sandstrand. Wir fuhren nachmittags erneut nach Bega, um die nächsten Tage zu planen und noch etwas fürs Abendessen einzukaufen. Der zweite Abend ähnelte dem Ersten sehr, es wurde gekocht (Pizza auf Polenta Teig und ein Zitronenkuchen mit Baiserhaube), diskutiert und weitere Spiele gespielt. Wir genossen die gemeinsame Zeit mit Amy und Steffen sehr und waren doch etwas traurig, dass wir schon am nächsten Morgen aufbrechen mussten.

TathraCoast
TathraCoast2
BalconyViewSteffenandAmy
FoodatSteffenandAmy
Nach einem leckeren Frühstück verließen wir Tathra und fuhren zum Potoroo Palace, einer bekannten Tierauffangstation der Region. Hier sollten wir nun endlich unsere ersten Kängurus, Koalas, Wombats und weitere in Australien heimische Tiere antreffen. Die Tiervielfalt war riesig. Es gab jede Menge Papageien, Emus, Dingos und natürlich jede Menge Kängurus und Wallaby‘s zu sehen. Wie ihr den Fotos entnehmen könnt, waren die Kängurus und Emus sehr an den Menschen gewöhnt und fraßen uns aus der Hand. Nur die Koalas und Wombats ließen noch auf sich warten und waren an diesem Tag nicht oder kaum sichtbar. Anfangs noch trocken brach plötzlich wieder ein Regenschauer los und wir flüchteten uns ins Café. Bei einem warmen Tee und nah am Ofen, zum Trocknen der Kleidung kamen wir so mit dem Eigentümer ins Gespräch. Leider scheinen immer wieder „Freiwillige“ ihre Hilfe anzubieten, die dann nach einem halben oder ganzen Tag nie wieder erscheinen. Meistens verschwinden sie, wenn sie den Koala gestreichelt haben. Das war sehr traurig zu hören, denn er erzählte uns, dass sie auf freiwillige Helfer angewiesen sind, um die Anlagen in Schuss zu halten und die Tiere zu füttern. So lange wollten wir eigentlich nicht bleiben, aber da es jetzt doch kurz vor 14 Uhr war, nahmen wir noch, als Einzige, die Fütterungstour des Equidna mit. Equidna ist ebenfalls ein nur in Australien heimisches Tier, das eine Mischung aus Igel und Ameisenbär ist, aber weder mit dem Einen, noch dem Anderen verwandt. Danach gingen wir noch zu den Dingos, wo gerade ein Jungtier frisch in die Station gekommen war. Dieses hing sehr an ihm und der Ranger unglaublich an den Dingos. Dazu muss man wissen, dass alle australischen Tiere von der Regierung geschützt wurden und nicht gejagt oder getötet werden dürfen, alle außer Dingos. Diese sind in freier Wildbahn oft für das Reißen von Schafen und Hühnern bekannt und werden daher oft von Farmern gejagt. Mittlerweile konnte bewiesen werden, dass sie eine eigene Rasse darstellen und weder vom Hund, noch vom Wolf abstammen, wie jahrzehntelang vermutet. Eine „Dingo Foundation“ kämpft für den Schutz von Dingos und deren Lebensraum, aber es ist wohl ein sehr schwerer und harter Kampf.

PotorooMix
Potoroo Kangoo Koala Wallaby Emu

Vincentia - Mallacoota - Lakes Entrance

Das Wetter blieb unverändert - Regen, Regen, Regen. Wir erreichten Vincentia, einen kleinen Ort an einem Landausläufer, umringt von Seen an der einen Seite und dem Meer an der anderen. Wir schliefen bei einem sehr netten Couchsurfer, tauschten Reiseerfahrungen und Musikempfehlungen aus und diskutierten über die Flüchtlingspolitik von Deutschland/Europa und Australien. Auch das war nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Melbourne, denn bei dem Wetter und den kalten Temperaturen war uns nicht zum Verweilen zu Mute.
Der nächste Abend, die nächste Couchsurfingerfahrung. Wir fühlten uns zurück in die Vergangenheit versetzt, die wir aufgrund unseres jungen Alters nicht aktiv und bewusst erleben konnten. Bei der Suche nach der kostenlosen Übernachtung mussten wir immer sehr viele Personen anschreiben, denn meistens bekamen wir nur wenige Antworten auf unsere Anfrage zur Übernachtung, noch weniger mit einer positiven Nachricht. Dabei untergegangen war wohl die Couch eines älteren Herrn, in Frührente, der für sein Leben gerne Dinge sammelt und an Auktionen teilnimmt. In Mallacoota werden wir von einem kleinen Hund („Tilly“) begrüßt und das erste was wir im Hausflur der Wohnung sehen, ist eine riesige Flagge der DDR! Im Wohnzimmer finden sich ordentlich sortiert alte Uniformen, Mützen, Ehrenmedaillen und andere Requisiten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Wie sich herausstellte, sammelt und verkauft unser Gastgeber diese Dinge nachts bei eBay. Wir kochten zusammen und hatten interessante Gespräche bis wir erschöpft und auch etwas verwirrt, ob dieser Erfahrung, ins Bett fielen.

Mallacoota TipBeach
Mallacoota with SimonTilly
Nichtsdestotrotz nutzen wir in diesen Tagen jede (trockene) Chance rauszugehen, die Natur und die Küste, die wir uns doch explizit ausgesucht hatten, zu sehen. Simon, unser Sammler, wollte uns trotz des Regens am nächsten Morgen noch die schönsten Plätze in und um Mallacoota zeigen und so fuhren wir mit seinem Auto und Tilly durch die Gegend und an versteckte Buchten und Sandstrände. Tipp: wenn ihr mal hier seid, sucht den örtlichen Golfplatz, biegt auf die Straße ein, fahrt am Club vorbei (Achtung wilde Känguru-Herden) bis die Straße aufhört. Dort findet ihr einen verlassenen Strand und Wanderwege. Es gibt wie immer Toiletten und eine Barbecue Station zum Grillen.

Da es immer noch 500 Kilometer bis Melbourne waren quartierten wir uns noch eine Nacht in ein Motel in Lakes Entrance ein. Die Regenintensität ließ an Spaziergänge nicht denken und wir verbachten den Abend bei Tütensuppe und Wein in unserem Zimmer.

Am darauffolgenden Tag erreichten wir Melbourne. Das Wetter wurde zum Glück deutlich besser und wir freuten uns auf ein paar trockene und wärmere Tage mit einem gebuchten Bett im Hostel.
Wie immer bei Fragen gern kommentieren oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

kussmundCarsten & Franzi

Publiziert in Australien

Wer sind wir?

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Wir sind Carsten und Franzi und sagen "Herzlich Willkommen" beim Scheibenknutscher. Dies ist unser Weltreise Blog. Mehr Infos gibt es hier: Über uns.

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Letzte Kommentare

Unnütze Fakten

Anzahl bereister Länder seit Start: 11

Anzahl Flüge: 15

geflogene Kilometer: 55.187

Flugzeit in Stunden: 72,12 (3 Tage)

geschossene Fotos seit Juli '15: 7.680 (~ 44,9GB)

unterwegs getroffene Reisende: 72

Fremde schießen Fotos von Carsten: 20x

Tastings (Bier, Whiskey, Wein): 19

Café Besuche für Blog und Recherche: 124
(Starbucks: 39, Burger King: 5, andere: 80)

 

(Stand 16. Jan. 2016)

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