Scheibenknutscher - Ein Weltreise Blog - Artikel nach Datum gefiltert: August 2015
Samstag, 29 August 2015 11:38

Strandleben auf Fiji im Winter

Von Sigatoka ging es für uns direkt ins Beachhouse Hostel an der Coral Coast (= Korallenküste). Auf dem Weg nach Suva gab es nicht mehr sehr viele Couchsurfing Unterkünfte und daher hatten wir uns dieses Hostel im Internet ausgesucht. Es war ein kleines Paradies und wir fühlten uns sofort wohl. Wir schliefen in einem 6-Bett-Zimmer, jedoch hatten wir nur zwei weitere Mitbewohnerinnen. Elle und Michelle sind ursprünglich aus den USA und Schwestern. Michelle lebt mittlerweile in Neuseeland und so treffen sich die beiden auf Fiji, quasi halbe Strecke für jede, um gemeinsam Urlaub zu machen. Michelle weiß sehr viel über Fiji und auch diverse Hotels, Hostels und was man so machen sollte, sodass sich immer wieder interessante Gespräche ergeben.
Da wir vorher nicht wussten wie es mit einer Küche zum Kochen aussieht, hatten wir lediglich unsere Asia Snack Nudeln, die uns seit Nadi begleiteten. Den Abend verbringen wir in den Gemeinschaftsbereichen und versuchen das sehr langsame Internet mit den anderen Besuchern zu teilen. Da sich der Erfolg in Grenzen hält und wir auch ziemlich kaputt von unserer Wanderung sind fallen wir frühzeitig ins Bett.

TheBeachhouse
Am nächsten Morgen werden wir mit blauem Himmel, Sonnenschein und endlich ziemlich warmen Temperaturen belohnt und frühstücken genüsslich in der Sonne. Kontinentales Frühstück heißt im Übrigen hier: Toast, Butter, 1 Marmeladenart, Erdnussbutter, Porridge (warmer Haferflockenbrei), Kaffee und Tee. Uns reicht das aber vollkommen. Wir haben noch frisches Obst vom Markt in Sigatoka (Bananen und Papaya).

Beachhouse CundF
Nach dem Frühstück machen wir uns für einen Strandtag bereit und treffen gegenüber von unserem Zimmer: David und Cristina vom Couchsurfing. Der Tag plätschert so vor sich hin, ein wenig am Strand laufen, Volleyballspielen und um halb sechs geht die Sonne auch schon wieder unter.

SunsetSunset2
Den Abend verbringen wir mit David und Cristina und quatschen über alles Mögliche. Es gibt wieder Asia Nudeln, diesmal aufgepeppt mit etwas Spinat, den uns Elle und Michelle anboten. Mit dem Internet läuft es etwas besser und so versuchen wir die nächsten Tage bis Suva zu planen. Auf Empfehlung einiger Leute haben wir für den morgigen Tag das Mango Bay Resort gebucht. Und so gehen wir wieder nicht allzu spät schlafen. Leider ist meine Nacht auch etwas kurz, sodass ich pünktlich zum Sonnenaufgang gegen sechs Uhr schon wieder draußen mit der Kamera unterwegs bin. Dabei treffe ich lediglich die ganzen Surfer, die sich für einen großen Trip gerade sammeln. Wer selbst surft, sollte im Übrigen unbedingt im Beachhouse Hostel bleiben, denn dieses wird von ein paar australischen Surferfreunden betrieben, die die Region sehr gut kennen und gern jemanden mitnehmen oder auch hier vor Ort Surfunterricht geben.

Sunrise
Irgendwann gegen elf brechen wir in Richtung Mango Bay Resort auf und haben Elle und Michelle im Schlepptau, die unabhängig von uns für zwei Nächte dort eingebucht haben. Ein Expressbus hält und nimmt uns die Viertelstunde mit und berechnet uns dann frecherweise zwei Fiji Dollar pro Person, was viel zu viel ist. Alles protestieren hilft jedoch nichts.
Das Mango Bay liegt versteckt in einer Bucht, zu der man eigentlich noch gute 20 Minuten gelaufen wäre, aber uns kommt ein netter Hotelangestellter entgegen und wir fahren die bergige Schotterstraße entspannt mit dem Auto. Das Mango Bay ist wesentlich größer als das Beachhouse Hostel und auch wirklich mehr ein Resort, also eher etwas für längere Aufenthalte.

MangoBay
Wir bekommen einen Begrüßungsdrink und die Mitarbeiter erkundigen sich nach Namen, Herkunft und wie lange man so bleibt. Auch kochen können wir hier nicht. Wir verbringen einen weiteren Tag am Strand und auch wenn es etwas kühler ist entscheidet sich Carsten das Angebot von Elle und Michelle anzunehmen und mit den beiden Schnorcheln zu gehen. Die Ausrüstung gibt es hier im Mango Bay kostenlos auszuleihen und die drei verschwinden für fast zwei Stunden im Meer. Michelle kennt sich sehr gut aus und so kommt es, dass Carsten direkt eine Schildkröte und zwei Riffhaie in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen bekommt. Jede Menge verschiedenste Fischarten und Korallen und andere Meeresbewohner gibt es auch zu sehen, aber am meisten beeindruckt ist Carsten doch von den Riffhaien und der Anstrengung, wie weit draußen er sich doch eigentlich bewegt hat. Sein Abendessen hat er sich also redlich verdient und es gibt leckere Gemüsepasta für mich und Kartoffelbrei, Hühnchen und Gemüse für Carsten. Die Preise hier sind leider dem Preisniveau der Australier angeglichen, für die Fiji die Tourismus Destination Nummer 1 ist (so ähnlich wie für uns die Balearen). Daher nehmen wir auch keine weiteren Drinks, sondern plaudern ein wenig mit Elle und Michelle und lesen noch etwas im Zimmer (8-Bett-Schlafsaal mit nur drei anderen Gästen, die aber nicht sehr kommunikativ sind).

MangoBay Food
Unsere Strandtage gehen damit erstmal zu Ende und wir machen uns am nächsten Tag auf den Weg nach Suva. Dazu dann bald mehr im drittel Fiji Teil.

Bei Fragen zu den Aktivitäten in beiden Anlagen oder was wieviel kostet meldet euch gern bei uns.

kussmundFranzi

Publiziert in Fidschi Inseln

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, war es etwas ruhiger hier. Das lag vor allem daran, dass Internet auf Fiji nicht selbstverständlich, sehr langsam und richtig teuer ist. Einen Artikel mit Bildern hochzuladen war quasi unmöglich. Danach ging es direkt nach Sydney und wir hatten eine spannende erste Woche in Australien mit sehr vielen Aktivitäten. Jetzt verlangsamen wir unsere Reisegeschwindigkeit etwas und versuchen hier aufzuholen. Daher ab hier zwei Wochen zurückspulen: es ist Anfang August - Fiji!

Nadi und unsere fijianische Gastfamilie

Bula heißt eigentlich „hallo“ oder auch „Herzlich Willkommen“ wird aber auch in weiteren Lebenslagen verwendet, dazu später mehr. Nach einem 15 Grad runtergekühlten Flugzeug und elf Stunden Flug von LA kamen wir am Morgen des 2. August bei feuchtwarmen 22 Grad und Nieselregen in Nadi an. Nach kurzer Orientierung, Geld- und Telefonkartenbeschaffung machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zu unserer ersten Couchsurfing Unterkunft (Couchsurfing = kostenlose Unterkunft (Couch/Bett) bei einer Privatperson). Wie von unserer Gastgeberin Lei beschrieben, waren es vom Flughafen nicht einmal zehn Minuten bis zu ihr nach Hause. Es war erst kurz nach sieben Uhr, aber die 9 jährige Phoebe, einziges Mädchen unter fünf Kids, war zum Glück schon wach und zeigte uns erstmal den Garten, mit all den Mango-, Guaven- und Bananenbäumen und erzählte uns von der Familie und ihrem Zuhause. Circa eine halbe Stunde später trauten wir uns auch rein. Lediglich eine andere Couchsurferin aus Deutschland, Linda, nahm sich unserer an und zeigte uns Schlafplatz und wo wir alles finden. Teilweise schliefen alle noch oder ignorierten uns. Wir fühlten uns ein wenig fremd und fehl am Platz und nahmen dankbar den Vorschlag an, mit Linda nach Nadi zu fahren und dort ein wenig rumzulaufen und alles zu erkunden. 

Mit dem Minibus ging es innerhalb von zehn Minuten nach Nadi in die Innenstadt, ein erster Supermarktbesuch folgte und da es Sonntag war, nur ein kleiner Einblick in die lokalen Marktstände mit frischem Obst und Gemüse. Währenddessen erzählte uns Linda was sie seit ihrer Ankunft einen Tag vorher schon so wusste und erlebt hatte. Wir besuchten danach das Bula Festival, eine Art Rummel mit Fahrgeschäften, ein paar Ständen und jeder Menge lokalem Essen. Wir liefen ein wenig weiter durch die Stadt und hörten mit einmal aus einem Hinterhof wunderschöne Chorgesänge. Den Klängen folgend, fanden wir keine Kirche, sondern eher eine Art Turnhalle in der gerade ein Sonntagsgottesdienst lief. Ein sehr freundlicher Christ erklärte uns, dass dies der Gottesdienst vor der Sonntagsschule für die Kinder ist und lud uns (trotz unangemessener kurzer Hose und Outdoorklamotten) ein, uns zu setzen und ein wenig teilzuhaben. Es wurde die ganze Zeit gesungen und die Stimmung war einfach nur unglaublich. Man konnte die Freude und manchmal auch den Schmerz der Menschen fühlen.


Ansonsten war es auf den Straßen sehr ruhig, Sonntag ist eben absoluter Kirchentag. Daher bewegten wir uns in Richtung eines kleinen Tempels den es am Rande der Stadt geben sollte. Erstaunt stellten wir fest, dass Nadi wohl doch sehr klein ist und wir vielleicht nicht wie geplant für vier Tage hier bleiben werden. 

Am Sri Siva Subramaniya Swami Tempel angekommen waren wir positiv überrascht, alles war ganz bunt, der Tempel an sich aber übersichtlich und klein (laut Touristeninformation ist es jedoch der größte Hindu Tempel der südlichen Hemisphäre). Hosen sind für Frauen ein unangemessenes Kleidungsstück, daher einen Sarong (Tuch) um die Hüften, Schuhe aus und pitsch patsch durch die Pfützen. Eine nette Hindu erklärte uns die einzelnen Schreine und deren Bedeutung, genauso wie die wunderschöne Deckenbemalung des Haupttempels. Zum Glück waren Fotos von außen erlaubt und auch wenn es regnete, war dies ein wundervolles Farbenfest und für uns als Tempelneulinge etwas wirklich Besonderes.

Tempel Nadi
Es folgte ein neuer Versuch auf dem Bulafestival und wir waren auf der Suche nach etwas zu Essen. Wir schauten uns ein wenig die Fahrgeschäfte an und liefen etwas umher. Auf Fiji wird vor allem kohlenhydratlastig gegessen und viel Fleisch konsumiert. Es gab dann als gemeinsame Portion Nudeln, mit Fleischstück, mit Würstchen, mit Ei, alles übereinander geschichtet. 

Bulafestival
Linda erklärte uns, dass sie in Namaka ein Cafe für WLAN Zugang entdeckt hatte, welches aber relativ teuer ist. Auf der Busfahrt hatten wir ein McDonalds gesehen und entschieden uns es dort mit Internetzugang zu versuchen. Aus dem Nieselregen und der erfragten Viertelstunde zu Fuß wurden dann ein Dauerregen und mindestens 40 Minuten. Auch das mit dem Internet klappte nicht, da dieses schon lange nicht mehr funktionierte. Wir fuhren das letzte Stück nach Namaka wieder mit einem Minibus und es ging erstmal zurück zu Lei’s Haus, um trockene Sachen anzuziehen. Dort angekommen stießen wir auf noch zwei Couchsurfer, David und Cristina aus Spanien. Langsam fragten wir uns wo all die Menschen schlafen sollten und lernten nun endlich auch Lei, unsere Gastgeberin, kennen. 

Der Nachmittag und Abend verliefen ruhig mit lustigen Gesprächen und kennenlernen der ganzen Fijifamilie (Oma und Opa, die Zwillinge Raanan & Shiloh (2), Anzac (3), Phoebe (9), Elijah (10), Andy (Kindermädchen), Freunde der Familie). Die Großeltern hatten ihr eigenes Schlafzimmer, wir schliefen mit Linda zu dritt in einem Zimmer und David und Cristina bekamen das letzte Schlafzimmer. Der Rest der Familie schläft in einem Bereich des Wohnzimmers, der auch tagsüber immer mit Matratzen ausgelegt ist. Das Haus, Küche und auch Toilette und Dusche (nur Kaltwasser) sind einfach, aber alles ist einigermaßen sauber und wir fallen nur noch erschöpft ins Bett. Leider haben wir vergessen Fotos zu machen, aber unser spanischer Freund David hat zumindest ein paar gemacht, damit ihr die süßen Kids mal sehen könnt. Auch wenn nur einige von euch spanisch sprechen, könnt ihr mehr schöne Fotos von David und Cristina auf ihrem Blog sehen (auch sie machen eine Weltreise): Desde Mis Alturas. Muchas Gracias David.

David und Kids Fiji

Port Denarau und der Tourismus auf Fiji

Unser zweiter Tag auf Fiji verläuft relativ unspektakulär. Wir verbringen einige Zeit in dem Café, wo es Internet gibt, um mitzuteilen, dass wir gut angekommen sind. Aber vor allem um das weitere Vorgehen zu planen, da klar ist, dass vier Tage für Nadi zu viel sind. Am frühen Nachmittag machen wir uns mit dem Minibus auf nach Port Denaurau. Von hier gehen viele Fähren auf die Yasawa und Mamanuca Inseln. Diese Inselgruppen sind besonders beliebt bei Touristen, weiße Traumstände, Schnorcheln und Tauchen bis zum Abwinken und auch einige Filme wurden hier gedreht. Leider sind diese Inseln auch ziemlich teuer und Selbstverpflegung ist nicht gestattet, mal abgesehen davon, dass es meistens keine Supermärkte oder ähnliches gibt. Wir haben hierzu viel im Vorfeld recherchiert und uns gegen einen Inseltrip entschieden. Als wir Port Denarau sehen sind wir auch froh über diese Entscheidung. Alles ist sehr schön hergerichtet, neu und modern und eine große Hotelanlage an der nächsten. Dementsprechend sind auch die Preise in Cafés, Restaurants und Bars, und auch im einzigen Supermarkt. Dieser Hafen ist klein und wirklich nur als Ablegestelle anzusehen. Aktivitäten oder Sehenswürdigkeiten fehlen und sind wohl nur über teure Tagestrips zu bekommen. Auch gegen diese Touren entscheiden wir uns, denn Ausflüge kosten meist zwischen 40€ - 150€ pro Person, was für unser Budget einfach nicht geeignet ist. 

Auf dem Rückweg zum Bus entdecken wir noch ein paar einheimische kleine Vögel mit rotem Bauch und grünem Gefieder. Während ich gebannt auf dem Gehsteig liege und auf die Vögel warte, erklärt ein netter Marine Angestellter, dass es sich um den Vogel „Kula“ handelt und dieser besonders oft in Gebüschen und Hecken lebt. 

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Zurück in Namaka haben wir einen unerwartet schönen Abend. Lei hat für uns Couchsurfer gekocht und wir sitzen mehrere Stunden am Tisch zusammen. Sie erzählt uns über ihre Arbeit als Fluglotse am Flughafen, über Fiji und gibt uns einige Tipps, was man noch so auf der Hauptinsel, Viti Levu, machen kann. Vom Essen gibt es leider wieder keine Fotos, aber es gab Berge von Kasava und Yams (Kasava ist die einheimisch Kartoffel und von der Konsistenz auch ähnlich, Yams ist ein Wurzelgemüse) mit drei verschiedenen „Soßen“: Fisch in Kokosnusswasser, Hühnchen mit Papayasoße und scharfes Rindfleisch. Traditionell isst man übrigens mit den Fingern. 

Sigatoka und die Sanddünen

Wir hatten ein Hostel für den nächsten Tag gebucht und reisten somit vormittags ab. Von Nadi gab es einen Expressbus nach Sigatoka. Das Städtchen selbst war sehr klein, es gab nur das Zentrum rund um den Busbahnhof, mit einem kleinen Markt und ein paar Geschäften. Wir wollten hier in Sigatoka die Sanddünen besuchen, die 1987 zum Nationalpark erklärt wurden. Wir beschlossen zu den Dünen zu laufen, mit Backpack, es sollten ca. 30 Minuten zu Fuß sein. Unterwegs fragten wir mehrfach Einheimische ob wir in die richtige Richtung laufen. Man erklärte uns, dass es noch ein Stück zu laufen sei und es auch einen Minibus gibt. Dieser kam aber nicht, sodass wir trotz Anstrengung weiterliefen. Mehrfach wurden wir von Taxis angehupt oder Fahrzeuge stoppten, um zu fragen, ob sie uns (gegen Bezahlung) mitnehmen sollten. Wir waren mittlerweile eine gute dreiviertel Stunde unterwegs, als ein langsam fahrender Pick-Up Truck mit Bänken an uns vorbeikam. Ich sagte zu Carsten, wenn der anhält und fragt, dann fahren wir mit. Ihr könnt euch ja denken, was passierte. Beim Einsteigen fragte der Beifahrer noch nach 1-2 Fiji Dollar, aber beim Aussteigen waren beide total nett, plauderten kurz mit uns und wünschten uns dann noch eine gute Reise. Wir waren nicht einmal fünf Minuten mit dem Auto unterwegs und hatten nichts bezahlt. 


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Der Nationalpark liegt unscheinbar an der Straße, aber es gab ein gutes Informationszentrum mit Toiletten und auch ein paar Snacks und Wasser. Wir erhielten eine kleine Wanderkarte mit vielen Optionen und Routen und entschieden uns für die große Tour, die ca. zwei Stunden dauern sollte. Wir trafen eine deutsche Praktikantin, die uns gemeinsam mit ihrem Kollegen ein wenig zur Geschichte des Nationalpark erzählte. Die Dünen sind eine wichtige Anlaufstation für Archäologen, da hier mehrfach ca. 2.600 Jahre alte Ton- und Keramikwaren gefunden wurden und auch aktuell wieder Ausgrabungen laufen. 

Wir füllten unsere Wasservorräte auf, durften unsere Backpacks im Büro der Ranger lassen und machten uns auf den Weg durch Regenwald, Wiesen, vorbei an einem einheimischen Dorf zu den Dünen. Ab hier gab es keine gekennzeichneten Wege mehr, nur ein Schild „This way up ->“ („Hier nach oben laufen“). Ich meuterte, weil ich mit jedem Schritt mehr im Boden versank und gefühlt überhaupt nicht den Berg hochkam. Stattdessen sammelte ich einfach nur Sand in meinen Schuhen und kroch auf allen Vieren nach oben. Carsten schaffte es mit Motivation, Ziehen und Schieben mich auf die Düne zu bringen und trotz ekligem Wind, mit fiesen Sandkörnern am ganzen Körper, wurden wir mit einem traumhaften Ausblick belohnt. 

Sigatoka Dschungel

Sigatoka Strand
Danach ging es direkt am Strand entlang und wir entdeckten ein paar schöne Holztipis, die Studenten als Unterschlupf gebaut hatten. 

Sigatoka tipi sanddunes
Nach ca. drei Stunden waren wir zurück in Sigatoka auf dem Markt und besorgten unsere erste Kokosnuss. Wir machten noch etwas Pause und beobachteten die Einheimischen, die gerade Feierabend machten und die Kinder, die Schulschluss hatten. Genau wie wir ruhten sie sich zum Entspannen auf einem Grünstreifen mitten in der Stadt aus. Danach ging es weiter im Bus zu unserem ersten Hostel auf Fiji. Die nächsten Tage waren Strand und Entspannen angesagt, dazu später mehr.

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Bei Fragen zu Fiji meldet euch gern per Kommentar. Teil 2 folgt in Kürze, also bleibt dran.

kussmundFranzi

 

 

Publiziert in Fidschi Inseln

Start unserer großen Reise war Frankfurt. Wir fuhren mit dem Fernbus von Düsseldorf direkt zum Flughafen Frankfurt und nutzten den Vorabend Check-In von Condor. Somit waren wir die großen Rucksäcke los und konnten uns mit dem Handgepäck auf den Weg zu unserer letzten Übernachtung in Deutschland machen. Wir schliefen bei Freunden und wurden extrem nett empfangen, es gab gemeinsames Abendessen, nette Gespräche und ein letztes deutsches Bier.
Am nächsten Morgen ging es zeitig zum Flughafen. Der Flug nach Seattle war angenehm und die Stewardessen von Condor sehr aufmerksam, sodass ich erneut einen Notausgangsplatz angeboten bekam und mal wieder getrennt von Franzi saß. In Seattle angekommen, holten wir unser Gepäck und checkten es direkt am Schalter von Delta Airlines für den Flug nach Los Angeles wieder ein. Wir überbrückten die Wartezeit indem wir uns am Flughafen umschauten, die Sonne vor dem Terminal genossen und ein wenig im kostenlosen WLAN surften. Leider hatte unser Flieger nach LA schon bei der Ankunft in Seattle Verspätung. Der Pilot war nicht in der Lage die Verspätung aufzuholen, stattdessen mussten wir nach vier Stunden Flugzeit erneut warten, bis ein Gate am sehr belebten Terminal für uns frei wurde.
Unser Airbnb Gastgeber in Long Beach hatte zum Glück angeboten, uns am Flughafen abzuholen. Beide Gastgeber sind selbstständig und waren somit sehr flexibel in ihrer Zeitplanung. Mark ist Musiker, spielt Trompete in verschiedenen Punk/Ska/Jazz Bands und Jen ist Autorin. Beide waren sehr nett und kommunikativ, sodass es immer was zu erzählen gab. Nach über 26 Stunden auf den Beinen hieß es allerdings für uns nach kurzer Zeit nur noch duschen und dann ab ins Bett!
Am nächsten Morgen fuhren wir ausgeschlafen mit Mark am Strand von Long Beach entlang. Er hatte eines von seinen Fahrrädern zur Verfügung gestellt und zusätzlich das eines benachbarten Freundes besorgt. Bei heißen 28°C cruisten wir durch die kalifornische Sonne und stoppten zum Baden an der Alamitos Bay. Wir wollten es kaum glauben, als Mark vorschlug, dass wir eine kleine Bootstour mit dem Boot seines Musikerkollegen machen könnten. Wir kauften ein Sixpack Bier und trafen seinen Kollegen am naheliegenden Hafen. Gemeinsam fuhren wir dann in einem kleinen Motorboot durch Naples, künstlich angelegte Kanäle direkt in der Alamitos Bay, und freuten uns riesig über diesen Moment.

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canalWieder zurück am Hafen verabschiedeten wir uns von Marks Kollegen und fuhren in eine belebte Einkaufsstraße. Das viele Fahrradfahren und in der Sonne chillen hatte uns hungrig gemacht. Unser Lunch hatten wir in „Angelos’s Italian Deli“. Neben selbstgemachten italienischen Sandwiches mit frischen Zutaten, gab es auch andere italienische Leckereien, wie z.B. Cannoli, sowie im hinteren Bereich einen ganzen italienisch/mediterranen Feinkost Import. Gut gestärkt fuhren wir danach einen Fahrradweg direkt am Strand entlang Long Beach. Da es Wochentag war, wirkte die Umgebung friedlich und nicht überlaufen. Wir fuhren an einigen Zelten und Anlagen der Special Olympics entlang, welche gerade in und um Los Angeles stattfanden. Am Ende des Strandradweges, direkt am Meeresufer liegt das Shoreline Village von Long Beach, mit bunten Häusern, Restaurants, Souvenirshops und einer kleinen Vergnügungsmeile. Von hier gibt es auch einen Blick auf das Kreuzfahrtterminal, das schön gestaltete Aquarium und die Überreste des längst vergangenen Freizeitparks, der hier, ähnlich wie Coney Islands in New York, einmal stand.

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shoreline village

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Wir entschieden uns für eine Kaffeepause und fuhren mit Mark durch das East Village von Long Beach. Das ist das Künstlerviertel und wir sahen viele bemalte Gebäude, Galerien, Studios etc. Ziel war das Cafe „Berlin“, wo es neben köstlichen Kaffeeleckereien auch eine sehr gute Auswahl vegan-vegetarischer Küche gab. Auf Grund des heißen Wetters entschieden wir uns aber lediglich für kalte Kaffeespezialitäten und surften kurz im Internet, bis ein Stromausfall (der die Stadt seit mehreren Tagen immer wieder lahm legte) zur Schließung des Cafés führte.
Mark unterhielt uns mit Geschichten und Anekdoten zu Long Beach, der Geschichte seines Wohnortes und natürlich blieb auch das Thema Reisen nicht aus, da er als Musiker ebenfalls viel unterwegs ist und schon so einige Länder gesehen hat.
Zuhause angekommen machten wir uns frisch und liefen zu Fuß zum Lieblingsmexikaner unserer Gastgeber, dem Los Compadres. Sowohl an den Restaurants als auch an vielen Häusern und Villen in der Umgebung waren der mexikanische Einfluss und die Grenznähe zu sehen. Da die Wartezeit für einen Tisch im Restaurant ca. eine dreiviertel Stunde betrug, schlug Mark einen kleinen Fast Food Mexikaner um die Ecke vor (Tacos Chapala). Es gab Tacos mit verschiedensten Zutaten als Appetizer und als wir danach zurück zum Los Compadres gingen war unser Tisch verfügbar. Das Essen war sehr authentisch mexikanisch, nicht vergleichbar mit dem, was wir bisher als mexikanisch kannten. Die Portionen waren riesig und extrem lecker. Wir verbrachten den Abend mit weiteren netten Gesprächen bevor wir erschöpft ins Bett fielen.

Am nächsten Tag mussten wir leider schon wieder unsere Rucksäcke packen, da am Abend unser Flug nach Fidschi anstand. Wir ließen die Rucksäcke bei Mark und Jen und fuhren mit Bus und Bahn in das Stadtzentrum von LA. Mit dem Bus zur Anaheim Street und der blauen S-Bahn Linie haben wir ungefähr eine Stunde bis zur 7. Straße in Downtown benötigt.
In Downtown angekommen fanden wir den von Mark empfohlenen „Angels Walk“, einen kostenlosen Stadtrundgang. Dieser weist mit großen Säulen am Straßenrand auf Sehenswürdigkeiten hin und erklärt deren Besonderheiten oder Geschichte. Wir folgten dem Weg für einige Zeit durch die Stadt, jedoch konnten wir uns nicht recht dafür begeistern. Die gewählten Sehenswürdigkeiten waren neben der Stadtbibliothek meist Banken, große Hochhäuser von Firmen oder Hotels. Alles wirkte sehr modern, wirklich Zeitgeschichte oder wichtige Ereignisse steckten nicht dahinter. Positive Ausnahme war am Ende unseres Weges der Grand Central Market an der Hill Street.

central market
Danach entschieden wir uns nach Chinatown zu fahren. Wir erhofften uns viel davon, weil wir letztes Jahr in New York vergeblich die richtigen Ecken gesucht hatten. Schon allein die Haltestelle und die Gebäude drum herum überraschten uns positiv. Es schien als hatte der chinesische Einfluss hier auf fast alle Gebäude abgefärbt. Sowohl Krankenhäuser, Banken oder eine Tankstelle waren in dem Stil chinesischer Häuser nachgebaut. Das Viertel an sich beherbergte viele kleine Souvenirläden, Restaurants und Cafés. Tatsächlich diente dieser Ort auch für Dreharbeiten der Jackie Chan Filme. Wir beendeten unsere Tour mit einem Gang durch riesige Flohmarkthallen in denen es jeglichen Kitsch und Tand gab.

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phil collinsNächster Stop: Hollywood! Wir fuhren mit der gelben Metro Linie zurück zur Union Station und nahmen dann die rote Linie direkt nach “Hollywood/Highland“. Hier war deutlich mehr los als in Long Beach am Tag zuvor. Wir kämpften uns mit tausenden anderen Touristen den Walk of Fame einmal hoch und wieder runter. Neben den vielen Filmcharakteren, die für ein Foto bereitstanden, waren leider auch sehr viele nervige Verkäufer von T-Shirts, Selfie-Sticks und Fahrten zu den Hollywood Hills dabei. Letzten Endes fuhren wir noch ein/zwei Stationen mit der Metro vor und zurück in der Hoffnung, dass wir das Hollywood-Zeichen in den Hügeln von LA sichten können. Doch leider wurde uns dieser Wunsch nicht erfüllt.
Somit entschieden wir uns wieder zurück nach Long Beach zu fahren. Immerhin war es schon 18 Uhr. Eigentlich hatten wir noch genug Puffer, doch die Metro und der Bus machten es uns nicht einfach wieder zurück zur Unterkunft und unseren Rucksäcken zu kommen. Erst fuhr die eine Metro nur bis zur Hälfte und wir mussten beim Umsteigen lange auf einen Anschluss warten, dann kam für 30min lang kein passender Bus. Wir wurden ungeduldig, weil wir wussten, dass wir nochmal mindestens genauso lange mit Bus und Metro zum Flughafen fahren müssten. Schließlich in der Unterkunft angekommen machten wir uns schnell frisch und bestellten ein Uber Taxi (30$ statt 60$ für ein Taxi) zu Marks Haus. Wir wussten, dass das Uber Taxi zuverlässiger als die öffentlichen Verkehrsmittel ist und zu dieser Zeit nicht mit Stau zu rechnen sein sollte. Das Taxi traf innerhalb von fünf Minuten ein. Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir den Flughafen und konnten ohne Probleme das Gepäck einchecken.

Alles in allem konnten wir in den zwei Tagen natürlich nur einen sehr flüchtigen Eindruck von LA gewinnen. Die ruhigen Stunden am Strand und den persönlichen Kontakt zu unseren Airbnb Gastgebern haben wir deutlich mehr genossen, als das hektische und flüchtige Stadtleben. Wir haben versucht alles in der kurzen Zeit in uns aufzusaugen. Gerne hätten wir hier und in der näheren Umgebung mehr Zeit verbracht. Aufgrund des Poststreiks in der Heimat und der Verschiebung der Flüge blieben uns aber nur zwei Tage. Wir haben uns aber schon vorgenommen, die Westküste in einem separaten Urlaub ausführlich zu bereisen. Immerhin ist es deutlich einfacher hierhin zu reisen, als in den Südpazifik!


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Wir sind Carsten und Franzi und sagen "Herzlich Willkommen" beim Scheibenknutscher. Dies ist unser Weltreise Blog. Mehr Infos gibt es hier: Über uns.

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Unnütze Fakten

Anzahl bereister Länder seit Start: 11

Anzahl Flüge: 15

geflogene Kilometer: 55.187

Flugzeit in Stunden: 72,12 (3 Tage)

geschossene Fotos seit Juli '15: 7.680 (~ 44,9GB)

unterwegs getroffene Reisende: 72

Fremde schießen Fotos von Carsten: 20x

Tastings (Bier, Whiskey, Wein): 19

Café Besuche für Blog und Recherche: 124
(Starbucks: 39, Burger King: 5, andere: 80)

 

(Stand 16. Jan. 2016)

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