Entspannte Tage auf Nananu-i-Ra, in Vatia Beach und Anstrengung beim Bergbesteigen in Abaca

Bei Regen im Regenwald um Colo-i-Suva warteten wir diesmal eine halbe Stunde auf den Bus nach Nausori. Dort stiegen wir mal wieder in einen Expressbus, der uns direkt an der Bootswerft nach Nananu-i-Ra absetzte. Es wartete schon ein Taxi auf uns, dass wir gemeinsam mit unserem Bootstransport auf die Insel organisiert hatten. Wie sich herausstellte, hätten wir mal wieder laufen können. Wir kratzten unser letztes Kleingeld zusammen, um zu bezahlen, da wir nur noch das geplante Geld für den Bootstransfer bei uns hatten. 

Nananu Charlies Place
Wir erreichten innerhalb von zehn Minuten mit einem kleinen Boot Nananu-i-Ra und wurden total nett empfangen. Unser gebuchtes Mehrbettzimmer war nur von uns bewohnt und ein weiterer Langzeitmitbewohner, Dean aus den USA, hatte sein eigenes Schlafzimmer. Die Küche war ordentlich ausgestattet und unser Ausblick einfach traumhaft. Die Unterkunft war auf einem kleinen Hügel, sodass wir zu beiden Seiten auf Strände blickten. Unser netter Dauermieter Dean erzählte uns, was es in der Umgebung so zu sehen gab und wir entschieden uns trotz leichten Nieselregens und stürmischen Wetter noch einen Abendspaziergang zu machen und den angepriesenen Sonnenuntergangsplatz zu suchen. Wir fanden einen anderen Platz und blickten über den einsamen „Back Beach“. Wir kamen uns vollkommen allein vor, es gab nicht wirklich weitere Bewohner oder Touristen, wenngleich eine Reihe von kleinen Cottages (Ferienhäuser) und die Safari Lodge an der gleichen Stelle sind. Wir machten uns früh ins Bett und hofften auf besseres Wetter.
Wir wurden belohnt und machten morgens zuerst einen zweistündigen Strandspaziergang und genossen die Sonne, spielten mit den Tieren von Charlies Familie (also dem Vermieter), machten noch mehr Fotos und bekamen mittags sogar Essen gebracht, was die Familie extra für uns mit zubereitet hatte.

Nananu Carsten
Nananu Franzi
Tierchen
An diesem Abend fanden wir den richtigen Weg zum Sonnenuntergang, der hinter den Privathäusern einiger Cottage-Besitzer langführte. Dort war es einfach nur wunderschön, Palmen, das Meer, ein grüner Hügel. Wir versuchten eine Fotoserie mit Sprungfotos zu machen, aber wir müssen wohl nochmal bei Tino Unterricht nehmen:

Sprungfotos
Wir genossen danach einfach den Sonnenuntergang und unsere gegenseitige Gesellschaft und freuten uns unseres Lebens.

Liebe
Als wir im Halbdunkel zurückkehrten kam Moira (Charlies Schwester, die uns mittags auch das Essen gebracht hatte) aufgeregt auf uns zu. Da wären zwei Leute angekommen, die nach uns gefragt hätten, aber wohl in den Betham Cottages nebenan wohnten. Wir gingen zu unserem Zimmer zurück und fanden Michelle und Elle, unsere zwei USA Damen von der Coral Coast im Gespräch mit Dean, unserem alten Mitbewohner. Das war ein großes Hallo und eine schöne Überraschung. Wir verloren uns in endlosen Gesprächen, schauten Fotos von der Korallenküste und vom Tauchgang mit Carsten. Die beiden ließen sich am Ende dann doch von unserer Einladung zum Essen (Reste des Mittags und vom Vortag) überreden und wir konnten am Ende des Abends dann doch noch Mailadressen austauschen und ein Foto mit den beiden machen. Nananu-i-Ra war einfach unbeschreiblich friedlich und wir freuten uns trotz Abreise, dass wir uns für diesen kurzen Inseltrip entschieden hatten, auch wenn durch die Bootsanreise etwas höhere Kosten entstanden waren.

Am nächsten Morgen ging es also per Boot zurück und wir liefen zurück bis zur Straße, weil wir dort eigentlich ein kleines Dorf mit Geldautomat vermutet hatten. Zum Glück hielt Charlie, der uns übergesetzt hatte, mit einem Freund und dessen Auto nochmal an und fragte wo wir hin wollten. Wir erzählten, dass wir absolut kein Bargeld mehr hatten (also auch nicht Bus fahren konnten) und dringend einen Geldautomaten brauchten. Er lud uns erstmal ein, bis zur nächsten Tankstelle (seinem eigentlichen Ziel) mitzukommen. Die Busfahrt in den nächsten großen Ort Rakiraki kostete 0,70 Fiji Dollar pro Person. Die beiden borgten uns am Ende noch 30 Cent, die fehlten und so kamen wir nach Rakiraki und konnten endlich Geld holen und unsere weitere Reise planen, da wir auf Nananu kein Internet hatten.

Wir buchten noch schnell zwei Nächte in einem Eco-Resort eines Spaniers, auf den wir eigentlich via Couchsurfing aufmerksam geworden waren, der aber leider nicht geantwortet hatte. Wir reisten mal wieder mit dem Bus und mussten dann noch rund drei Kilometer mit unserem Gepäck laufen. Ein Stück des Weges nahm uns mal wieder ein Einheimischer mit, den Rest legten wir unter Anstrengung zu Fuß zurück und waren sehr froh, als wir endlich ankamen. Die Anlage liegt in totaler Abgeschiedenheit, neben uns gab es noch vier andere Gäste und man lernte sich schnell kennen. Kochen war hier leider nicht möglich, stattdessen bekamen wir das gleiche Essen wie die drei Angestellten. Es gab selbst gefangene kleine Fische, eine Dal Suppe mit Kichererbsen und Linsen, Reis und ein bisschen scharfe Salsa über dem Fisch. Wir hatten eine angenehme Unterhaltung mit dem Briten Nick, der mittlerweile als Englischlehrer in Spanien lebt und sich gerade eine Auszeit vom Job nimmt. Später stießen auch die sehr lustigen Angestellten zu uns und wir konnten endlich unseren ersten Kava probieren.

vatiabeach abends
Kava ist das Nationalgetränk auf Fiji und wird meist in geselliger Runde eingenommen. Kava erzeugt ein leichtes Taubheitsgefühl auf der Zunge und wirkt auf viele wohl wie Alkohol, sodass man sich nach (sehr großen Mengen) etwas benebelt fühlt. Wir hatten während der ganzen Rundreise immer wieder von diesem „Matschwasser“ gehört. Wie man Kava trinkt könnt ihr im Video sehen und wie es geschmeckt hat, könnt ihr ja mal versuchen an Carstens Gesicht abzulesen.




Wenn ihr noch sehen wollt, wie das Getränk hergestellt wird könnt ihr hier nachschauen.

Unser zweiter Tag am Vatia Beach verlief ganz entspannt, mit lustigen Gesprächen und ähnlich wie der erste Abend mit leckerem Essen, Kava und netten neuen Gästen.
Langsam ging es auf das Ende unserer Fiji Zeit zu und die Abreise nach Lautoka stand an. Wir teilten uns mit einem finnischen Anthropologen ein Taxi in die nächste Stadt und fuhren von dort mit dem Bus bis nach Lautoka. Das spannendste unterwegs waren die unzähligen Zuckerrohrplantagen und dank einer derzeitigen Umleitung der Straße kamen wir ganz dicht an der größten Zuckerrohrfabrik Fijis vorbei.

Zuckerrohrfabrik
In Lautoka angekommen mussten wir erstmal eine Unterkunft suchen und leider am Ende mit einem etwas heruntergekommenen und von Käfern besiedeltem, teuren Zimmer Vorlieb nehmen, da andere Hotels noch viel teurer gewesen wären und wir eigentlich nur hier waren, weil wir an dem Zwischentag eine kleine Bergbesteigung in Abaca geplant hatten. Da wir auch in Vatia Beach nur eingeschränkt Internet hatten, war der Ausflug noch nicht geplant. Wir fragten uns in den Vermittlungsbüros durch, aber die Anreise nach Abaca kam uns doch sehr teuer vor. Am Ende landeten wir bei einem Einheimischen, den Carsten auf der Straße empfohlen bekam und nur per Handschlag verabredeten wir uns für den nächsten Tag. In Lautoka selbst gibt es leider nichts Sehenswertes und wir entschieden uns trotz kühlerer Temperatur für ein Picknick draußen, da wir nicht mehr Zeit als nötig bei den Käfern verbringen wollten.

Am nächsten Tag klappte alles und wir brauchten ca. eine dreiviertel Stunde über Stock, Stein und Schotter bis nach Abaca. Dort angekommen folgten wieder Diskussionen zum Geld, da alles deutlich teurer als im Netz angepriesen war. Die meisten Touristen buchen einen Ausflug als Komplettpaket und haben dadurch weniger Probleme, aber wir fanden, dass wir nicht unbedingt ein Essen in Familie und eine weitere Kava-Zeremonie brauchten. Wir wollten nur Wandern gehen.

Nach einigem Hin und Her akzeptierte man unser verbliebenes Geld und suchte einen „Bergführer“ für uns. Diese Wanderung darf leider nicht allein durchgeführt werden und ist nur mit Einheimischen anzutreten. Wir waren etwas erstaunt als eine kleine Fijianerin mit Cappi und Flipflops vor uns stand und ich war erleichtert und dachte „so schlimm kann die Wanderung dann ja nicht sein“. Für den Aufstieg waren zwei Stunden angesetzt und für den Abstieg eine. Unsere Führerin legte einen Affenzahn vor und wir mussten immer wieder anhalten, um nach Luft zu schnappen und Wasser zu trinken.

Abaca up
Der Weg war unglaublich beschwerlich. Am Anfang durch Wiesen, später durch den Regenwald. Wir hatten unsere liebe Mühe über Stock und Stein, durch Geäst und ich glaube ich habe nur durchgehalten, weil diese kleine Frau mit Flipflops so erstaunlich flink vor uns davonlief und ich mir schlecht vorkam, immer wieder Pausen zu brauchen.
Auf dem Berg angekommen waren wir beide unglaublich stolz es geschafft zu haben. Die Aussicht war einmalig. Leider war es recht wolkig und wir konnten die Yasawa Inseln leider nur im Nebel liegend sehen. Könnt ihr sie entdecken?

abaca hilltop
Es gab eine kleine Hütte, auf der man theoretisch auch übernachten kann. Wir machten für eine halbe Stunde Pause, aßen unser Mittag und legten die Beine etwas hoch. Eigentlich noch nicht wieder fit sollte es wieder nach unten gehen. Zum Glück verlängerte sich unsere Pause etwas, da es wohl doch noch jemand gewagt hatte. Ein Amerikaner war mit einem Fijianer, ebenfalls in Flipflops, bereits auf dem Rückweg. Vor dem Abstieg ging es noch zehn Minuten an einen weiteren Aussichtspunkt und von dort dann über die Hütte zurück nach unten. Das Tempo war ähnlich schnell und wir hielten uns beide immer wieder an Bäumen fest und verloren ab und zu, trotz fester Wanderschuhe, den Halt, während unsere Fjii mit verschränkten Armen auf dem Rücken nach unten lief und wir irgendwann nur noch lachend den Kopf schüttelten. Nach etwas mehr als vier Stunden waren wir zurück in Abaca und warteten erschöpft auf unseren Einheimischen für die Rückfahrt.

abaca down
abaca track
Für die letzte Nacht vor dem Weiterflug nach Australien hatten wir uns erneut bei Lei und ihrer Familie in Namaka einquartiert und fuhren ein letztes Mal mit dem Bus von Lautoka in Richtung Nadi. Am Busbahnhof trafen wir noch lustigerweise auf Nick, der mit einem der Angestellten des Vatia Beach und dessen Familie auf dem Weg zu einem Rugby Spiel in Nadi war. Wir hatten noch ein nettes kurzes Gespräch im Bus. Bei Lei trafen wir erneut auf Linda, die mit uns vor zwei Wochen schon das Zimmer teilte. Der Abend verging mit lustigen Erzählungen, was man so erlebt hatte und dem Kennenlernen eines weiteren netten Couchsurfers. Wir verabschiedeten uns von allen, da wir bereits um sieben Uhr morgens auf dem Weg zum Flughafen sein mussten.
Ein letztes Mal Busfahren und schon waren wir wieder am Flughafen. Wir freuen uns sehr auf Australien und denken mit einem breiten Lächeln an unsere tolle Zeit und all die Erlebnisse auf Fiji zurück.

Für mehr Infos zur Versorgung und den Kosten auf Fiji werden wir demnächst noch einen gesonderten Artikel schreiben. Ansonsten könnt ihr uns gern jeder Zeit mit Fragen kontaktieren oder hier in den Kommentaren schreiben.


kussmundFranzi

Letzte Änderung am Freitag, 18 September 2015 12:23

Frenchy

Frenchy hört auch auf Franzi als Rufnamen. Sie kümmert sich liebend gern um ihre Mitmenschen. Liebt Volleyball und ihre verrückten SFD Mädels in Düsseldorf. Musikalisch kann man sie derzeit vor allem mit Montreal, den I Heart Sharks und Singer-Songwriter Musik begeistern. (Achtung: stetiger Wechsel nach Laune vorprogrammiert)

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