BULA Fiji - Hallo auf Fiji und das Eintauchen in eine andere Welt!

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, war es etwas ruhiger hier. Das lag vor allem daran, dass Internet auf Fiji nicht selbstverständlich, sehr langsam und richtig teuer ist. Einen Artikel mit Bildern hochzuladen war quasi unmöglich. Danach ging es direkt nach Sydney und wir hatten eine spannende erste Woche in Australien mit sehr vielen Aktivitäten. Jetzt verlangsamen wir unsere Reisegeschwindigkeit etwas und versuchen hier aufzuholen. Daher ab hier zwei Wochen zurückspulen: es ist Anfang August - Fiji!

Nadi und unsere fijianische Gastfamilie

Bula heißt eigentlich „hallo“ oder auch „Herzlich Willkommen“ wird aber auch in weiteren Lebenslagen verwendet, dazu später mehr. Nach einem 15 Grad runtergekühlten Flugzeug und elf Stunden Flug von LA kamen wir am Morgen des 2. August bei feuchtwarmen 22 Grad und Nieselregen in Nadi an. Nach kurzer Orientierung, Geld- und Telefonkartenbeschaffung machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zu unserer ersten Couchsurfing Unterkunft (Couchsurfing = kostenlose Unterkunft (Couch/Bett) bei einer Privatperson). Wie von unserer Gastgeberin Lei beschrieben, waren es vom Flughafen nicht einmal zehn Minuten bis zu ihr nach Hause. Es war erst kurz nach sieben Uhr, aber die 9 jährige Phoebe, einziges Mädchen unter fünf Kids, war zum Glück schon wach und zeigte uns erstmal den Garten, mit all den Mango-, Guaven- und Bananenbäumen und erzählte uns von der Familie und ihrem Zuhause. Circa eine halbe Stunde später trauten wir uns auch rein. Lediglich eine andere Couchsurferin aus Deutschland, Linda, nahm sich unserer an und zeigte uns Schlafplatz und wo wir alles finden. Teilweise schliefen alle noch oder ignorierten uns. Wir fühlten uns ein wenig fremd und fehl am Platz und nahmen dankbar den Vorschlag an, mit Linda nach Nadi zu fahren und dort ein wenig rumzulaufen und alles zu erkunden. 

Mit dem Minibus ging es innerhalb von zehn Minuten nach Nadi in die Innenstadt, ein erster Supermarktbesuch folgte und da es Sonntag war, nur ein kleiner Einblick in die lokalen Marktstände mit frischem Obst und Gemüse. Währenddessen erzählte uns Linda was sie seit ihrer Ankunft einen Tag vorher schon so wusste und erlebt hatte. Wir besuchten danach das Bula Festival, eine Art Rummel mit Fahrgeschäften, ein paar Ständen und jeder Menge lokalem Essen. Wir liefen ein wenig weiter durch die Stadt und hörten mit einmal aus einem Hinterhof wunderschöne Chorgesänge. Den Klängen folgend, fanden wir keine Kirche, sondern eher eine Art Turnhalle in der gerade ein Sonntagsgottesdienst lief. Ein sehr freundlicher Christ erklärte uns, dass dies der Gottesdienst vor der Sonntagsschule für die Kinder ist und lud uns (trotz unangemessener kurzer Hose und Outdoorklamotten) ein, uns zu setzen und ein wenig teilzuhaben. Es wurde die ganze Zeit gesungen und die Stimmung war einfach nur unglaublich. Man konnte die Freude und manchmal auch den Schmerz der Menschen fühlen.


Ansonsten war es auf den Straßen sehr ruhig, Sonntag ist eben absoluter Kirchentag. Daher bewegten wir uns in Richtung eines kleinen Tempels den es am Rande der Stadt geben sollte. Erstaunt stellten wir fest, dass Nadi wohl doch sehr klein ist und wir vielleicht nicht wie geplant für vier Tage hier bleiben werden. 

Am Sri Siva Subramaniya Swami Tempel angekommen waren wir positiv überrascht, alles war ganz bunt, der Tempel an sich aber übersichtlich und klein (laut Touristeninformation ist es jedoch der größte Hindu Tempel der südlichen Hemisphäre). Hosen sind für Frauen ein unangemessenes Kleidungsstück, daher einen Sarong (Tuch) um die Hüften, Schuhe aus und pitsch patsch durch die Pfützen. Eine nette Hindu erklärte uns die einzelnen Schreine und deren Bedeutung, genauso wie die wunderschöne Deckenbemalung des Haupttempels. Zum Glück waren Fotos von außen erlaubt und auch wenn es regnete, war dies ein wundervolles Farbenfest und für uns als Tempelneulinge etwas wirklich Besonderes.

Tempel Nadi
Es folgte ein neuer Versuch auf dem Bulafestival und wir waren auf der Suche nach etwas zu Essen. Wir schauten uns ein wenig die Fahrgeschäfte an und liefen etwas umher. Auf Fiji wird vor allem kohlenhydratlastig gegessen und viel Fleisch konsumiert. Es gab dann als gemeinsame Portion Nudeln, mit Fleischstück, mit Würstchen, mit Ei, alles übereinander geschichtet. 

Bulafestival
Linda erklärte uns, dass sie in Namaka ein Cafe für WLAN Zugang entdeckt hatte, welches aber relativ teuer ist. Auf der Busfahrt hatten wir ein McDonalds gesehen und entschieden uns es dort mit Internetzugang zu versuchen. Aus dem Nieselregen und der erfragten Viertelstunde zu Fuß wurden dann ein Dauerregen und mindestens 40 Minuten. Auch das mit dem Internet klappte nicht, da dieses schon lange nicht mehr funktionierte. Wir fuhren das letzte Stück nach Namaka wieder mit einem Minibus und es ging erstmal zurück zu Lei’s Haus, um trockene Sachen anzuziehen. Dort angekommen stießen wir auf noch zwei Couchsurfer, David und Cristina aus Spanien. Langsam fragten wir uns wo all die Menschen schlafen sollten und lernten nun endlich auch Lei, unsere Gastgeberin, kennen. 

Der Nachmittag und Abend verliefen ruhig mit lustigen Gesprächen und kennenlernen der ganzen Fijifamilie (Oma und Opa, die Zwillinge Raanan & Shiloh (2), Anzac (3), Phoebe (9), Elijah (10), Andy (Kindermädchen), Freunde der Familie). Die Großeltern hatten ihr eigenes Schlafzimmer, wir schliefen mit Linda zu dritt in einem Zimmer und David und Cristina bekamen das letzte Schlafzimmer. Der Rest der Familie schläft in einem Bereich des Wohnzimmers, der auch tagsüber immer mit Matratzen ausgelegt ist. Das Haus, Küche und auch Toilette und Dusche (nur Kaltwasser) sind einfach, aber alles ist einigermaßen sauber und wir fallen nur noch erschöpft ins Bett. Leider haben wir vergessen Fotos zu machen, aber unser spanischer Freund David hat zumindest ein paar gemacht, damit ihr die süßen Kids mal sehen könnt. Auch wenn nur einige von euch spanisch sprechen, könnt ihr mehr schöne Fotos von David und Cristina auf ihrem Blog sehen (auch sie machen eine Weltreise): Desde Mis Alturas. Muchas Gracias David.

David und Kids Fiji

Port Denarau und der Tourismus auf Fiji

Unser zweiter Tag auf Fiji verläuft relativ unspektakulär. Wir verbringen einige Zeit in dem Café, wo es Internet gibt, um mitzuteilen, dass wir gut angekommen sind. Aber vor allem um das weitere Vorgehen zu planen, da klar ist, dass vier Tage für Nadi zu viel sind. Am frühen Nachmittag machen wir uns mit dem Minibus auf nach Port Denaurau. Von hier gehen viele Fähren auf die Yasawa und Mamanuca Inseln. Diese Inselgruppen sind besonders beliebt bei Touristen, weiße Traumstände, Schnorcheln und Tauchen bis zum Abwinken und auch einige Filme wurden hier gedreht. Leider sind diese Inseln auch ziemlich teuer und Selbstverpflegung ist nicht gestattet, mal abgesehen davon, dass es meistens keine Supermärkte oder ähnliches gibt. Wir haben hierzu viel im Vorfeld recherchiert und uns gegen einen Inseltrip entschieden. Als wir Port Denarau sehen sind wir auch froh über diese Entscheidung. Alles ist sehr schön hergerichtet, neu und modern und eine große Hotelanlage an der nächsten. Dementsprechend sind auch die Preise in Cafés, Restaurants und Bars, und auch im einzigen Supermarkt. Dieser Hafen ist klein und wirklich nur als Ablegestelle anzusehen. Aktivitäten oder Sehenswürdigkeiten fehlen und sind wohl nur über teure Tagestrips zu bekommen. Auch gegen diese Touren entscheiden wir uns, denn Ausflüge kosten meist zwischen 40€ - 150€ pro Person, was für unser Budget einfach nicht geeignet ist. 

Auf dem Rückweg zum Bus entdecken wir noch ein paar einheimische kleine Vögel mit rotem Bauch und grünem Gefieder. Während ich gebannt auf dem Gehsteig liege und auf die Vögel warte, erklärt ein netter Marine Angestellter, dass es sich um den Vogel „Kula“ handelt und dieser besonders oft in Gebüschen und Hecken lebt. 

Kula2
Zurück in Namaka haben wir einen unerwartet schönen Abend. Lei hat für uns Couchsurfer gekocht und wir sitzen mehrere Stunden am Tisch zusammen. Sie erzählt uns über ihre Arbeit als Fluglotse am Flughafen, über Fiji und gibt uns einige Tipps, was man noch so auf der Hauptinsel, Viti Levu, machen kann. Vom Essen gibt es leider wieder keine Fotos, aber es gab Berge von Kasava und Yams (Kasava ist die einheimisch Kartoffel und von der Konsistenz auch ähnlich, Yams ist ein Wurzelgemüse) mit drei verschiedenen „Soßen“: Fisch in Kokosnusswasser, Hühnchen mit Papayasoße und scharfes Rindfleisch. Traditionell isst man übrigens mit den Fingern. 

Sigatoka und die Sanddünen

Wir hatten ein Hostel für den nächsten Tag gebucht und reisten somit vormittags ab. Von Nadi gab es einen Expressbus nach Sigatoka. Das Städtchen selbst war sehr klein, es gab nur das Zentrum rund um den Busbahnhof, mit einem kleinen Markt und ein paar Geschäften. Wir wollten hier in Sigatoka die Sanddünen besuchen, die 1987 zum Nationalpark erklärt wurden. Wir beschlossen zu den Dünen zu laufen, mit Backpack, es sollten ca. 30 Minuten zu Fuß sein. Unterwegs fragten wir mehrfach Einheimische ob wir in die richtige Richtung laufen. Man erklärte uns, dass es noch ein Stück zu laufen sei und es auch einen Minibus gibt. Dieser kam aber nicht, sodass wir trotz Anstrengung weiterliefen. Mehrfach wurden wir von Taxis angehupt oder Fahrzeuge stoppten, um zu fragen, ob sie uns (gegen Bezahlung) mitnehmen sollten. Wir waren mittlerweile eine gute dreiviertel Stunde unterwegs, als ein langsam fahrender Pick-Up Truck mit Bänken an uns vorbeikam. Ich sagte zu Carsten, wenn der anhält und fragt, dann fahren wir mit. Ihr könnt euch ja denken, was passierte. Beim Einsteigen fragte der Beifahrer noch nach 1-2 Fiji Dollar, aber beim Aussteigen waren beide total nett, plauderten kurz mit uns und wünschten uns dann noch eine gute Reise. Wir waren nicht einmal fünf Minuten mit dem Auto unterwegs und hatten nichts bezahlt. 


IMG 1493
Der Nationalpark liegt unscheinbar an der Straße, aber es gab ein gutes Informationszentrum mit Toiletten und auch ein paar Snacks und Wasser. Wir erhielten eine kleine Wanderkarte mit vielen Optionen und Routen und entschieden uns für die große Tour, die ca. zwei Stunden dauern sollte. Wir trafen eine deutsche Praktikantin, die uns gemeinsam mit ihrem Kollegen ein wenig zur Geschichte des Nationalpark erzählte. Die Dünen sind eine wichtige Anlaufstation für Archäologen, da hier mehrfach ca. 2.600 Jahre alte Ton- und Keramikwaren gefunden wurden und auch aktuell wieder Ausgrabungen laufen. 

Wir füllten unsere Wasservorräte auf, durften unsere Backpacks im Büro der Ranger lassen und machten uns auf den Weg durch Regenwald, Wiesen, vorbei an einem einheimischen Dorf zu den Dünen. Ab hier gab es keine gekennzeichneten Wege mehr, nur ein Schild „This way up ->“ („Hier nach oben laufen“). Ich meuterte, weil ich mit jedem Schritt mehr im Boden versank und gefühlt überhaupt nicht den Berg hochkam. Stattdessen sammelte ich einfach nur Sand in meinen Schuhen und kroch auf allen Vieren nach oben. Carsten schaffte es mit Motivation, Ziehen und Schieben mich auf die Düne zu bringen und trotz ekligem Wind, mit fiesen Sandkörnern am ganzen Körper, wurden wir mit einem traumhaften Ausblick belohnt. 

Sigatoka Dschungel

Sigatoka Strand
Danach ging es direkt am Strand entlang und wir entdeckten ein paar schöne Holztipis, die Studenten als Unterschlupf gebaut hatten. 

Sigatoka tipi sanddunes
Nach ca. drei Stunden waren wir zurück in Sigatoka auf dem Markt und besorgten unsere erste Kokosnuss. Wir machten noch etwas Pause und beobachteten die Einheimischen, die gerade Feierabend machten und die Kinder, die Schulschluss hatten. Genau wie wir ruhten sie sich zum Entspannen auf einem Grünstreifen mitten in der Stadt aus. Danach ging es weiter im Bus zu unserem ersten Hostel auf Fiji. Die nächsten Tage waren Strand und Entspannen angesagt, dazu später mehr.

carsten coconut
Bei Fragen zu Fiji meldet euch gern per Kommentar. Teil 2 folgt in Kürze, also bleibt dran.

kussmundFranzi

 

 

Letzte Änderung am Montag, 24 August 2015 12:15

Frenchy

Frenchy hört auch auf Franzi als Rufnamen. Sie kümmert sich liebend gern um ihre Mitmenschen. Liebt Volleyball und ihre verrückten SFD Mädels in Düsseldorf. Musikalisch kann man sie derzeit vor allem mit Montreal, den I Heart Sharks und Singer-Songwriter Musik begeistern. (Achtung: stetiger Wechsel nach Laune vorprogrammiert)

2 Kommentare

  • Christiane

    gepostet von Christiane

    Freitag, 16 Oktober 2015 19:50

    Viele wertvolle Infos und eigene interessante Erfahrungen ergänzt mit super schönen Bildern, machen Lust auf mehr und vor allem auf selber verreisen.
  • M. Rudolph

    gepostet von M. Rudolph

    Montag, 12 Oktober 2015 11:56

    Hallo Ihr Weltreisenden,
    habe nun endlich mal Zeit gefunden, Euren Block zu lesen. Beeindruckende Bilder und viele unvergeßliche Momente, an die Ihr euch gern erinnern werdet. Faszinierend nicht nur die Landschaften und die Beschreibung der Örtlichkeiten, sondern auch die zum Teil beschwerliche Fortbewegung von einem zum nächsten Ort. Wir wünschen Euch weiterhin viele schöne Erlebnisse und kommt gesund wieder nach Hause. PS: Von der Mama soll ich ausrichten: "Paßt auf Euch auf!"

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