Fidschis Hauptstadt Suva und der Regenwald

Den Morgen genossen wir noch im Mango Bay Resort, auch wenn es etwas bewölkter und frischer war, als die Tage zuvor. Gegen Mittag brachen wir schließlich auf und wurden von einem netten Hotelmitarbeiter zurück zur Straße gebracht, wo angeblich ein Expressbus ein paar Minuten später halten sollte. Die großen, extrem klimatisierten Busse sind im Übrigen die Einzigen, die einen wirklichen Fahrplan besitzen (über die Einhaltung dieser Zeiten brauche ich wohl nix schreiben…). Wir warteten mehrere Minuten und fanden einen netten Minibus Fahrer, der anhielt und uns als erste Gäste mitnahm, sodass wir genug Platz hatten für die großen Rucksäcke. Da wir etwas länger allein blieben plauderte der Fahrer sehr nett mit uns, was bisher eher nicht der Fall war. Auf dem Weg nach Suva wurde der Bus natürlich noch bis zum letzten Platz ausgeschöpft und wir können nur sagen, dass Busfahren immer extrem spannend und mit einem Lächeln für uns verbunden war. Laute Musik, Erstaunen und neugierige Blicke, was denn die Touristen im Bus machen, offene Bustüren bei 60-80km/h und ein nicht nachvollziehbares Preisgefüge prägten unsere Fahrten auf der Insel.

Nach ca. zwei Stunden Fahrt waren wir dann in Fidschis Hauptstadt Suva. Das war eindeutig zu erkennen, an jeder Menge Industrieflächen, einem großen abgesperrten Hafengebiet und auch der Busbahnhof war größer als alles, was wir bisher gesehen hatten. Man hatte uns vorgewarnt, dass Suva ebenfalls die Stadt mit den meisten Regentagen auf Fidschi ist und kurz nach unserer Ankunft fing es bereits an zu nieseln. Wir spazierten noch kurz über den riesigen Markt und aßen als Mittag ein paar Teigtaschen, gefüllt mit Thunfisch und Curry Paste. Außerdem gab es eine kleine Tüte Nüsse, die an jeder Ecke verkauft wurden und die sich besonders bei den vielen Schulkindern größter Beliebtheit erfreuten, so ähnlich wie bei uns früher eine bunte Tüte.

Da mich bereits seit ein paar Tagen Erkältungssymptome plagten wollten wir heute nur noch in unsere Unterkunft, damit ich mich ein wenig ausruhen kann. Nach einigem Suchen und der Hilfe eines netten Angestellten der Busfahrtgesellschaft fanden wir auch den richtigen Bus nach Colo-I-Suva, in die Mitte des nahegelegenen Regenwaldes, wo wir uns in der dortigen Eco Lodge eingebucht hatten. Es regnete mittlerweile durchgehend, aber das Anwesen war unglaublich beeindruckend und wirkte in diesem Wetter noch unglaublicher. 

 

EcoLodgeResort
Das Klima in unserem Zimmer entsprach allerdings auch dem des Regenwaldes, es war feucht und schwül und obwohl es eigentlich zu frisch war für den Lüfter bzw. die Klimaanlage mussten wir diese nutzen um es im Zimmer auszuhalten. Ich ruhte mich ein wenig aus, während sich Carsten umschaute. Es gibt ein Restaurant, welches alle Mahlzeiten für die Gäste zur Verfügung stellt, jedoch auch hier waren wieder die australischen Preise anzutreffen. Dafür funktionierte der Internetzugang zum ersten Mal problemlos. Den Abend verbrachten wir mit einer Asia-Nudelsuppe, da es keine Küche zum Kochen gab, sondern nur eine Nische mit Wasserkocher und Spüle. Im Anschluss war einfach nur ein wenig lesen und surfen im Bett angesagt und nebenbei dem Regen zuhören.

 

breakfast
Zum Frühstück genossen wir den malerischen Ausblick auf den Seerosenteich und den Regen. Wie immer gab es Banane und Papaya mit einem Keks und ein wenig Wasser und ein Marmeladen- oder Erdnussbutterbrot dazu. Da wir unsere Backpacks nicht wirklich vollpacken konnten war dies eigentlich unser Standardfrühstück, je nach Verfügbarkeit mit anderen Früchten, mal ein wenig Saft oder in Hotels auch Müsli aufgepeppt.

Den Vormittag verbrachten wir mit Surfen im Netz, mal wieder um die nächsten Tage zu planen und zu schauen, wo wir noch übernachten könnten oder ob sich vielleicht ein Couchsurfer gemeldet hatte. Eigentlich wollten wir hier im Regenwald eine mehrstündige Wandertour machen, bei der es zu sogenannten „Pools“ geht, also kleinen „Badelöchern“ in denen man schwimmen gehen kann. Allerdings hatte es über Nacht weiter sehr stark geregnet und nach einem Besuch beim nahegelegenen Park-Ranger bestätigte sich unsere Vermutung, heute ist kein Tag zum Wandern. Der Ranger riet davon ab und auch der Park wird früh geschlossen, da die Pfade durch den mehrtägigen Regen ganz aufgeweicht waren. Wir sollten es am nächsten Tag versuchen, aber uns war schon klar, dass die Chancen sehr gering sind, da für heute und die nächsten Tage weiterer Regen angesagt war. 

So planten wir trotz Regen den Rest unseres Tages und machten uns mit dem Minibus auf den Weg nach Suva. Dort waren wir mit einer Couchsurferin verabredet, die uns nicht zum Übernachten, sondern auf ein Mittagessen treffen wollte. Wir landeten etwas durchnässt im „Governors“, da wir vom Busbahnhof laufen wollten, statt mit dem Taxi zu fahren. Das Restaurant ist wunderschön gestaltet, mit alten gerahmten Bildern von fidschianischen Stämmen, der Geschichte der Insel und im Hauptraum mit alten und neueren Filmpostern, die auf Fidschi gedreht wurden. 

 

GovenorsSuva
Das Essen war vorzüglich, Carsten wählte eine Frittata und für mich gab es Lammbällchen mit Salat. Wir blieben ca. zwei Stunden und quatschen mit Laura, der Couchsurferin. Sie ist Amerikanerin und hat einen Expat-Vertrag des Amerikanischen Roten Kreuzes. Ein Expat, kurz für Expatriate, ist jemand, der für seinen Arbeitgeber (z.B. aus Amerika) in einem anderen Land (z.B. Fidschi) für längere Zeit arbeitet. Die Gespräche waren super interessant, denn wir hatten ja schon beobachtet, dass viele Einheimische sehr kräftig sind und besonders das Essverhalten unserer Gastfamilie am Anfang hatte uns sehr erstaunt. Laura erzählte von ihrer Aufklärungsarbeit hier vor Ort, besonders über Diabetes, die Nutzung von zu viel Salz und viel zu viel Zucker, dem massiven Fleischkonsum und vor allem der mangelnden Bewegung, sobald man die Schule verlässt. Sie und ihre Kollegen haben auf jeden Fall noch eine Menge Arbeit vor sich.

Mit dem Regen als Begleiter machten wir uns schließlich auf den Weg zum „Fiji Museum“, welches die Geschichte des Landes erzählt. Einige der Ausstellungsstücke waren sehr beeindruckend. Alte Boote, Relikte der alten Kannibalenstämme und viele Überbleibsel aus der Kolonialzeit.


FijiMuseum
Ab dem späten 18. Jahrhundert trafen die ersten Seefahrer und Kolonialherren auf Fidschi ein. Gegen Mitte des folgenden Jahrhunderts ließen durch die Missionierung die Stammesfehden und somit auch der Kannibalismus nach.


CannibalismToChristianity
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen tausende Arbeiter aus Indien, um auf den immer profitableren Zuckerrohrplantagen zu arbeiten und die meisten von ihnen blieben als Bauern oder Geschäftsmänner auf Fidschi. Der Anteil der Indo-Fidschianer und somit auch der Hinduisten beträgt ca. 40% der Bevölkerung und neben Fidschianisch und Englisch zählt auch Fidschi-Hindu zu den Amtssprachen. Über die jüngere Geschichte des Landes wird im Museum nichts berichtet, stattdessen findet man einen kleinen Bereich zur örtlichen Flora und Fauna, sowie eine Kunstausstellung mit Gemälden von Einheimischen die käuflich erworben werden können. Dieses Bild für 1.500 Fidschi Dollar (umgerechnet ca. 620€) hatte es mir besonders angetan.


paintingFijiMuseum
Nach unserem Museumsbesuch folgten wir noch dem Rat einiger Reisender, die das „Grand Pacific Hotel“ als sehenswert empfohlen hatten. Dieses sehr viktorianisch wirkende Gebäude ist ein Hotel für die betuchten Reisenden, aber erschwinglich wenn man nur das Restaurant oder die Bar besuchen möchte. Wir durften uns einfach so umschauen und Fotos machen. Wegen des grauen Wetters bringt es leider nix euch Bilder von der Terrasse mit Pool und Meerblick zu zeigen, denn man kann beides nicht mehr auseinanderhalten.


theGrandPacific
Da es weiterhin stark regnete verbrachten wir den Abend wieder in unserer Lodge, bei Asia Snack und Kokosnuss. Wir fanden heraus dass die Hauskatze dort auch Kokosnuss mag und sie ein Nimmersatt war, sahen noch einen Tausendfüßler und huschten dann ins tropische Zimmer um noch etwas zu lesen und zu entspannen. Der Regen hatte sich über Nacht leider nicht gelegt und unsere Wanderpläne sind damit buchstäblich ins Wasser gefallen, denn solchen Wassermengen ist unsere regentaugliche Kleidung nicht gewappnet. Stattdessen hatten wir uns für die nächsten Tage für eine küstennahe Insel entschieden und uns via Airbnb zwei Betten gebucht.

Bleibt dran, wenn ihr Fidschis Nationalgetränk noch nicht kennt und ein paar wundervolle Paradiesfotos sehen wollt - die zeigen wir euch im nächsten Artikel.

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