Start unserer großen Reise war Frankfurt. Wir fuhren mit dem Fernbus von Düsseldorf direkt zum Flughafen Frankfurt und nutzten den Vorabend Check-In von Condor. Somit waren wir die großen Rucksäcke los und konnten uns mit dem Handgepäck auf den Weg zu unserer letzten Übernachtung in Deutschland machen. Wir schliefen bei Freunden und wurden extrem nett empfangen, es gab gemeinsames Abendessen, nette Gespräche und ein letztes deutsches Bier.
Am nächsten Morgen ging es zeitig zum Flughafen. Der Flug nach Seattle war angenehm und die Stewardessen von Condor sehr aufmerksam, sodass ich erneut einen Notausgangsplatz angeboten bekam und mal wieder getrennt von Franzi saß. In Seattle angekommen, holten wir unser Gepäck und checkten es direkt am Schalter von Delta Airlines für den Flug nach Los Angeles wieder ein. Wir überbrückten die Wartezeit indem wir uns am Flughafen umschauten, die Sonne vor dem Terminal genossen und ein wenig im kostenlosen WLAN surften. Leider hatte unser Flieger nach LA schon bei der Ankunft in Seattle Verspätung. Der Pilot war nicht in der Lage die Verspätung aufzuholen, stattdessen mussten wir nach vier Stunden Flugzeit erneut warten, bis ein Gate am sehr belebten Terminal für uns frei wurde.
Unser Airbnb Gastgeber in Long Beach hatte zum Glück angeboten, uns am Flughafen abzuholen. Beide Gastgeber sind selbstständig und waren somit sehr flexibel in ihrer Zeitplanung. Mark ist Musiker, spielt Trompete in verschiedenen Punk/Ska/Jazz Bands und Jen ist Autorin. Beide waren sehr nett und kommunikativ, sodass es immer was zu erzählen gab. Nach über 26 Stunden auf den Beinen hieß es allerdings für uns nach kurzer Zeit nur noch duschen und dann ab ins Bett!
Am nächsten Morgen fuhren wir ausgeschlafen mit Mark am Strand von Long Beach entlang. Er hatte eines von seinen Fahrrädern zur Verfügung gestellt und zusätzlich das eines benachbarten Freundes besorgt. Bei heißen 28°C cruisten wir durch die kalifornische Sonne und stoppten zum Baden an der Alamitos Bay. Wir wollten es kaum glauben, als Mark vorschlug, dass wir eine kleine Bootstour mit dem Boot seines Musikerkollegen machen könnten. Wir kauften ein Sixpack Bier und trafen seinen Kollegen am naheliegenden Hafen. Gemeinsam fuhren wir dann in einem kleinen Motorboot durch Naples, künstlich angelegte Kanäle direkt in der Alamitos Bay, und freuten uns riesig über diesen Moment.

beach1

canalWieder zurück am Hafen verabschiedeten wir uns von Marks Kollegen und fuhren in eine belebte Einkaufsstraße. Das viele Fahrradfahren und in der Sonne chillen hatte uns hungrig gemacht. Unser Lunch hatten wir in „Angelos’s Italian Deli“. Neben selbstgemachten italienischen Sandwiches mit frischen Zutaten, gab es auch andere italienische Leckereien, wie z.B. Cannoli, sowie im hinteren Bereich einen ganzen italienisch/mediterranen Feinkost Import. Gut gestärkt fuhren wir danach einen Fahrradweg direkt am Strand entlang Long Beach. Da es Wochentag war, wirkte die Umgebung friedlich und nicht überlaufen. Wir fuhren an einigen Zelten und Anlagen der Special Olympics entlang, welche gerade in und um Los Angeles stattfanden. Am Ende des Strandradweges, direkt am Meeresufer liegt das Shoreline Village von Long Beach, mit bunten Häusern, Restaurants, Souvenirshops und einer kleinen Vergnügungsmeile. Von hier gibt es auch einen Blick auf das Kreuzfahrtterminal, das schön gestaltete Aquarium und die Überreste des längst vergangenen Freizeitparks, der hier, ähnlich wie Coney Islands in New York, einmal stand.

beach2

shoreline village

light house
Wir entschieden uns für eine Kaffeepause und fuhren mit Mark durch das East Village von Long Beach. Das ist das Künstlerviertel und wir sahen viele bemalte Gebäude, Galerien, Studios etc. Ziel war das Cafe „Berlin“, wo es neben köstlichen Kaffeeleckereien auch eine sehr gute Auswahl vegan-vegetarischer Küche gab. Auf Grund des heißen Wetters entschieden wir uns aber lediglich für kalte Kaffeespezialitäten und surften kurz im Internet, bis ein Stromausfall (der die Stadt seit mehreren Tagen immer wieder lahm legte) zur Schließung des Cafés führte.
Mark unterhielt uns mit Geschichten und Anekdoten zu Long Beach, der Geschichte seines Wohnortes und natürlich blieb auch das Thema Reisen nicht aus, da er als Musiker ebenfalls viel unterwegs ist und schon so einige Länder gesehen hat.
Zuhause angekommen machten wir uns frisch und liefen zu Fuß zum Lieblingsmexikaner unserer Gastgeber, dem Los Compadres. Sowohl an den Restaurants als auch an vielen Häusern und Villen in der Umgebung waren der mexikanische Einfluss und die Grenznähe zu sehen. Da die Wartezeit für einen Tisch im Restaurant ca. eine dreiviertel Stunde betrug, schlug Mark einen kleinen Fast Food Mexikaner um die Ecke vor (Tacos Chapala). Es gab Tacos mit verschiedensten Zutaten als Appetizer und als wir danach zurück zum Los Compadres gingen war unser Tisch verfügbar. Das Essen war sehr authentisch mexikanisch, nicht vergleichbar mit dem, was wir bisher als mexikanisch kannten. Die Portionen waren riesig und extrem lecker. Wir verbrachten den Abend mit weiteren netten Gesprächen bevor wir erschöpft ins Bett fielen.

Am nächsten Tag mussten wir leider schon wieder unsere Rucksäcke packen, da am Abend unser Flug nach Fidschi anstand. Wir ließen die Rucksäcke bei Mark und Jen und fuhren mit Bus und Bahn in das Stadtzentrum von LA. Mit dem Bus zur Anaheim Street und der blauen S-Bahn Linie haben wir ungefähr eine Stunde bis zur 7. Straße in Downtown benötigt.
In Downtown angekommen fanden wir den von Mark empfohlenen „Angels Walk“, einen kostenlosen Stadtrundgang. Dieser weist mit großen Säulen am Straßenrand auf Sehenswürdigkeiten hin und erklärt deren Besonderheiten oder Geschichte. Wir folgten dem Weg für einige Zeit durch die Stadt, jedoch konnten wir uns nicht recht dafür begeistern. Die gewählten Sehenswürdigkeiten waren neben der Stadtbibliothek meist Banken, große Hochhäuser von Firmen oder Hotels. Alles wirkte sehr modern, wirklich Zeitgeschichte oder wichtige Ereignisse steckten nicht dahinter. Positive Ausnahme war am Ende unseres Weges der Grand Central Market an der Hill Street.

central market
Danach entschieden wir uns nach Chinatown zu fahren. Wir erhofften uns viel davon, weil wir letztes Jahr in New York vergeblich die richtigen Ecken gesucht hatten. Schon allein die Haltestelle und die Gebäude drum herum überraschten uns positiv. Es schien als hatte der chinesische Einfluss hier auf fast alle Gebäude abgefärbt. Sowohl Krankenhäuser, Banken oder eine Tankstelle waren in dem Stil chinesischer Häuser nachgebaut. Das Viertel an sich beherbergte viele kleine Souvenirläden, Restaurants und Cafés. Tatsächlich diente dieser Ort auch für Dreharbeiten der Jackie Chan Filme. Wir beendeten unsere Tour mit einem Gang durch riesige Flohmarkthallen in denen es jeglichen Kitsch und Tand gab.

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Chinatown3

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phil collinsNächster Stop: Hollywood! Wir fuhren mit der gelben Metro Linie zurück zur Union Station und nahmen dann die rote Linie direkt nach “Hollywood/Highland“. Hier war deutlich mehr los als in Long Beach am Tag zuvor. Wir kämpften uns mit tausenden anderen Touristen den Walk of Fame einmal hoch und wieder runter. Neben den vielen Filmcharakteren, die für ein Foto bereitstanden, waren leider auch sehr viele nervige Verkäufer von T-Shirts, Selfie-Sticks und Fahrten zu den Hollywood Hills dabei. Letzten Endes fuhren wir noch ein/zwei Stationen mit der Metro vor und zurück in der Hoffnung, dass wir das Hollywood-Zeichen in den Hügeln von LA sichten können. Doch leider wurde uns dieser Wunsch nicht erfüllt.
Somit entschieden wir uns wieder zurück nach Long Beach zu fahren. Immerhin war es schon 18 Uhr. Eigentlich hatten wir noch genug Puffer, doch die Metro und der Bus machten es uns nicht einfach wieder zurück zur Unterkunft und unseren Rucksäcken zu kommen. Erst fuhr die eine Metro nur bis zur Hälfte und wir mussten beim Umsteigen lange auf einen Anschluss warten, dann kam für 30min lang kein passender Bus. Wir wurden ungeduldig, weil wir wussten, dass wir nochmal mindestens genauso lange mit Bus und Metro zum Flughafen fahren müssten. Schließlich in der Unterkunft angekommen machten wir uns schnell frisch und bestellten ein Uber Taxi (30$ statt 60$ für ein Taxi) zu Marks Haus. Wir wussten, dass das Uber Taxi zuverlässiger als die öffentlichen Verkehrsmittel ist und zu dieser Zeit nicht mit Stau zu rechnen sein sollte. Das Taxi traf innerhalb von fünf Minuten ein. Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir den Flughafen und konnten ohne Probleme das Gepäck einchecken.

Alles in allem konnten wir in den zwei Tagen natürlich nur einen sehr flüchtigen Eindruck von LA gewinnen. Die ruhigen Stunden am Strand und den persönlichen Kontakt zu unseren Airbnb Gastgebern haben wir deutlich mehr genossen, als das hektische und flüchtige Stadtleben. Wir haben versucht alles in der kurzen Zeit in uns aufzusaugen. Gerne hätten wir hier und in der näheren Umgebung mehr Zeit verbracht. Aufgrund des Poststreiks in der Heimat und der Verschiebung der Flüge blieben uns aber nur zwei Tage. Wir haben uns aber schon vorgenommen, die Westküste in einem separaten Urlaub ausführlich zu bereisen. Immerhin ist es deutlich einfacher hierhin zu reisen, als in den Südpazifik!


kussmundCarsten

Gestern stolperte ich über einen Artikel des Lonely Planet, der 10 ungewöhnliche Weinanbaugebiete in Amerika vorstellt (hier geht es zum Original in englischer Sprache). Das erinnerte mich an unsere wunderschöne Reise durch den Osten der USA im vergangen Spätsommer. Wenn wir schon jetzt nicht durch den Westen tingeln können, bleiben so immerhin die Erinnerungen frisch. Diese notiere ich im Übrigen in einem kleinen Notizbuch, sonst hätte ich wohl sicher schon die Hälfte aller Ortsnamen vergessen.

Jedenfalls finde ich, dass ein entscheidender Ort in der Lonely Planet Aufzählung fehlt: die Finger Lakes.

 

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Wie kamen wir auf diese Region?

Die Finger Lakes standen schon auf unserem Programm, seit wir uns damals die Route für unsere Hochzeitsreise ausgesucht haben. Auf dem Satellitenbild sieht es tatsächlich aus wie die Finger einer Hand. Das hat uns fasziniert und wir haben sowohl im Reiseführer, als auch im Netz danach gesucht. Wir haben uns für die Route so erst unterwegs entschieden. Fast überall liegen Broschüren über die Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Umgebung.

Vom „Niagara Wine Trail“ zu den Finger Lakes

In unserem letzten Hotel am Eriesee hatten wir einen kleinen Flyer über den „Niagara Wine Trail“ gefunden und einen kleinen Bericht über das Städtchen Lockport gab es auch in unserem Reiseführer. In Lockport kann man noch erhaltene und funktionierende Teile des Erie Kanals finden. Dieser Kanal verbindet die großen Seen im Norden der USA mit dem Hudson River in New York und so letztendlich das Meer mit den Seen. Früher war dies besonders wichtig für den Aufbau der Landwirtschaft, zur Bewässerung der Felder und natürlich auch als Transportweg und Handelsroute. Auch wenn der Kanal heute nicht mehr für den Binnenhandel benutzt wird, sind die alten Anlagen trotz allem beeindruckend.

Kanal mit Winery

 

Kanal mit Fluss


WeingläserDirekt am Kanal in Lockport liegt die „Flight of Five Winery“. Wir konnten für lediglich 10$ fünf leckere Weine probieren, bekamen ein paar Cracker und eine super nette Unterhaltung mit der Inhaberin. Sie erzählte uns, was sie von Deutschland und den deutschen Weinen wusste, und wir gaben ehrlich zu, dass uns Wein schmeckt, aber wir keine großen Weinkenner sind. Was uns während der gesamten Reise immer wieder auffiel: die Amerikaner sind sehr freundlich, offen und kommunikativ und fast jeder erzählt von einem deutschen Vorfahren oder Urahnen. Die Weine waren sehr köstlich und ich am Ende etwas beschwipst; Carsten musste noch Auto fahren, sodass ich den Hauptteil der Weine verkostete. Wir nahmen zwei Flaschen Wein mit und suchten uns dann in der Nähe von Victor ein Motel, weil wir einfach kaputt waren und der Tag mit den Niagara Fällen und der wunderschönen Landschaft schon so viele Eindrücke hinterlassen hatte.

 

Die Idylle der Finger Lakes - Canandaigua, Geneva (Seneca Lake) und der Keuka Lake

Ausgeschlafen fahren wir am nächsten Morgen die letzten 20 Minuten zum Canandaigua Lake, nehmen einen der ersten öffentlichen Parkplätze und laufen dann noch ca. 20 Minuten zu Fuß zum See. Es scheint, dass der ganze Ort noch schläft, nur in einem kleinen Coffee Shop treffen wir jemanden an und nehmen einen leckeren Kaffee mit. Das Seeufer und die Promenade sind wunderschön. Ein paar einzelne Boots- und Hundebesitzer treffen wir, aber ansonsten gehören uns die Bänke und vor allem die Hollywoodschaukeln direkt am Seeufer. Wir genießen für ein Stündchen einfach nur die Ruhe, lesen und schauen auf den See und freuen uns, ob dieser tollen Entdeckung.
Canandaigua

Danach fahren wir nach Geneva, die Häuser sind eher Villen oder alte Herrschaftshäuser, aber es ist ähnlich ausgestorben. Die Saison ist eben schon vorbei und so entdecken wir einen kleinen versteckten Steg, gehen über eine paar alte Bahngleise und finden den perfekten Picknickplatz für unser Mittagessen.

Per Internet hatten wir tags zuvor ein Zimmer in Hammondsport, an der Südspitze des Keuka Lake gebucht. Der Keuka Lake wurde uns als der romantischste der Finger Lakes empfohlen. Auf dem Weg dorthin hielten wir noch in der „Whitespring Winery“, wo wir einen für unseren Gaumen ungewöhnlichen Wein verkosteten. Den Geschmack davon kann ich nur schwerlich beschreiben, es schmeckte nach Beerenfrüchten, Gewürzen, irgendwie süßlich und säuerlich zugleich. Wie gesagt, schwer zu beschreiben. Wir nahmen dann noch vier Flaschen der hauseigenen „Springhouse“ Weine mit und fragten uns so langsam, wie wir das eigentlich nach Deutschland transportieren werden.
Hammondsport war ein winzig kleiner Ort. Ein älterer Herr zeigte uns unser Zimmer und erzählte uns, dass sich hier alle kennen, nie Wohnungstüren verschlossen werden und generell alles sehr friedlich ist. Das Geld für die Bezahlung sollten wir auch einfach auf den (unechten) Kamin legen und nicht abschließen. Da wir nie wieder etwas von ihm hörten, ist unser Geld wohl bei ihm angekommen. Wir entschieden uns für ein romantisches Picknick am Keuka Lake und konnten während des Sonnenuntergangs sehr gut nachvollziehen, warum man uns dieses Fleckchen empfohlen hatte.
Keuka Lake

 

Keuka Lake Picknick 

Die Finger Lakes waren wirklich etwas Besonderes und wir werden sicher hierher wiederkommen, um später einmal einen „Wine Trail“ für mehrere Tage entlang der Seen zu machen, vielleicht mit dem Fahrrad oder mit einem Wohnwagen.

Habt ihr schon mal von den Finger Lakes gehört oder sie schon einmal besucht? Meldet euch gern in den Kommentaren (auch mit Fragen).

kussmundFranzi

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Wir sind Carsten und Franzi und sagen "Herzlich Willkommen" beim Scheibenknutscher. Dies ist unser Weltreise Blog. Mehr Infos gibt es hier: Über uns.

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Unnütze Fakten

Anzahl bereister Länder seit Start: 11

Anzahl Flüge: 15

geflogene Kilometer: 55.187

Flugzeit in Stunden: 72,12 (3 Tage)

geschossene Fotos seit Juli '15: 7.680 (~ 44,9GB)

unterwegs getroffene Reisende: 72

Fremde schießen Fotos von Carsten: 20x

Tastings (Bier, Whiskey, Wein): 19

Café Besuche für Blog und Recherche: 124
(Starbucks: 39, Burger King: 5, andere: 80)

 

(Stand 16. Jan. 2016)

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